Weihnachtliches Neuland

von Redaktion

Hotelier Daniel Rieger hat an Heiligabend zum ersten Mal frei

Zum ersten Mal Fleisch auf Spieße stecken. Brot in flüssigen Käse tunken. Mit Frau und Tochter an Heiligabend vor dem Christbaum sitzen und Geschenkpapier aufreißen. Alles keine Selbstverständlichkeit für Daniel Rieger, 33. Für den Mittenwalder ist der diesjährige 24. Dezember absolutes Neuland. Noch nie hatte er an diesem Tag frei. „Wir haben erst mal überlegen müssen, was man da überhaupt so macht.“

Rieger stammt aus einer waschechten Hoteliers-Familie. Heiligabend ist da in gewisser Weise ein Fremdwort – zumindest privat. Stets achtet Rieger auf das Wohl der anderen. Begrüßt am Vormittag Urlauber, bringt am Nachmittag 45 Zimmer auf Vordermann und zaubert am Abend ein Festmenü für über 100 Gäste. Heuer wird sein Alpenhotel Rieger in Mittenwald im Landkreis Garmisch-Partenkirchen leer sein. Statt Weihnachtslieder zu singen und gebratene Gans zu kochen, entfernt er alte Böden und mauert neue Wände. Rieger nutzt die Zwangspause, um sein Hotel aus dem Jahr 1960 zu modernisieren für den Start ins Jahr 2021. Auch wenn er noch keine Ahnung hat, wann der sein wird.

Seine Angestellten lädt er in den nächsten Tagen zum Großputz ein. Er möchte niemanden in Kurzarbeit schicken. Er freut sich sogar ein wenig, dass auch sie Weihnachten zum ersten Mal mit ihrer Familie verbringen werden. JOSEF HORNSTEINER

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