Erding – Der Landkreis Erding zählt zu den Regionen mit dem höchsten Infektionsgeschehen in Oberbayern. Doch das hinderte rund 40 Mitarbeiter des Pichlmayr-Seniorenheims in Erding offenbar nicht daran, am Wochenende eine derart feuchtfröhliche Weihnachtsfeier zu veranstalten, dass verwunderte Nachbarn die Polizei alarmierten.
Andreas Aichele vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigt einen entsprechen Einsatz. „Es war von einer Genehmigung die Rede, aber den Beamten vor Ort hat sich die Situation erkennbar anders dargestellt. Deswegen haben sie die Feier beendet und von allen die Personalien aufgenommen“, so Aichele. Den Fall habe man dem Landratsamt übergeben.
Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) zeigt sich wenig erfreut über die Party im Heim. Es stehe eine Straftat im Raum, offenbar sei massiv gegen die Abstands- und Hygieneregeln verstoßen worden: „Das kann bis zum Verlust der Betriebserlaubnis führen“, sagt Bayerstorfer. Auch für die Teilnehmer drohen hohe Geldstrafen, weil Schutzbefohlene einer großen Gefahr ausgesetzt wurden, wie der Landrat sagt. Von einer Genehmigung sei im Landratsamt nichts bekannt. Es habe lediglich eine Anfrage gegeben, ob ein Food-Truck auffahren dürfe. „Grundsätzlich wäre das möglich gewesen, weil es sich um eine zulässige To-go-Abgabe von Lebensmitteln gehandelt hätte. Allerdings haben wir angesichts der Infektionslage und dem besonderen Schutzbedürfnis von Heimbewohnern dringend davon abgeraten“, sagt Bayerstorfer. Die Unternehmensleitung habe daraufhin zugesagt, das Essenmobil abzubestellen. Wut herrscht auch bei den Angehörigen der Bewohner. „Wir müssen strengste Vorgaben einhalten und dürfen unsere Angehörigen nur selten sehen. Und die machen Party“, empört sich einer.
Bei der Pichlmayr-Gruppe, die in Ober- und Niederbayern 20 Heime betreibt, kann man die Aufregung nicht verstehen. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Weihnachtsfeier stattgefunden, lediglich eine Essensausgabe im Freien, teilt das Unternehmen mit. Diese habe unter Einhaltung aller Hygiene-Richtlinien stattgefunden, man wisse nicht, „was genau uns zum Vorwurf gemacht wird“.