POST AUS DEM SENIORENHEIM

Aufregender Start ins Jahr

von Redaktion

Aufregender hätte das Jahr für uns alle kaum beginnen können. Am Silvestertag sind einige Bewohner beim Essen abgeholt worden. Erst als wir anderen aus dem Fenster geschaut und ein großes Auto gesehen haben, konnten wir uns erklären, wieso: Das Impf-Team war im Heim. Keiner wusste genau, wann er drankommt, die Aufregung war natürlich groß. Wir wussten nur, dass sie auf den Stockwerken beginnen, auf denen es Infizierte gibt. Unser Stockwerk ist bisher zum Glück verschont geblieben. Um acht Uhr abends, als es bei uns losging, waren aber nur noch zwei Impfdosen übrig. Ich wäre gerne noch 2020 geimpft worden – aber es wurde dann doch ein Jahr später.

Wir hatten einen schönen Silvesterabend zusammen. Es gab ein tolles Essen, verschiedene Fischsorten, als Nachtisch Mousse au Chocolat. Ich sitze immer mit einem Herrn und sieben Damen am Tisch, die Stimmung bei uns war sehr gut. Es gab sogar ein Glas Sekt mit Orangensaft. Etwas ganz Besonderes – kein Wunder, dass wir fröhlich waren. Nur die Luftschlangen haben gefehlt. Und natürlich unsere Familien. Über sie haben wir an diesem Abend viel geredet – mehr als über das Impfen.

Ein paar Raketen habe ich nachts von meinem Bett aus gesehen. Ich konnte lange nicht einschlafen, mir ist viel durch den Kopf gegangen.

Und am Neujahrstag war ich dann auch dran mit dem Impfen. Es war nur ein kleiner Pieks – aber für uns bedeutet er sehr viel. Wir hoffen alle, dass er uns Türen öffnet. Wortwörtlich. Wir würden so gerne wieder einmal das Haus verlassen dürfen. Ich habe die Impfung gut vertragen und habe durch sie wieder neue Zuversicht bekommen. Schöner hätte 2021 nicht beginnen können.

Ingeborg Glupp (88) berichtet von dem Silvesterabend und der Impfung im Maria-Stadler-Haus in Haar

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