Stiller Start ins neue Jahr

von Redaktion

VON DOMINIK GÖTTLER

München – Auf das Böllern wollte er offenbar partout nicht verzichten. Das hatte Folgen für einen 56-jährigen Mann aus Bad Reichenhall. Das neue Jahr hatte noch lange nicht begonnen, als dem Mann gegen 21.40 Uhr wohl ein Silvesterkracher in der Hand detonierte. Den letzten Abend des Jahres verbrachte er somit im Krankenhaus. Der Unfall hinterlässt bleibende Schäden: Denn der Mann verlor vier Finger sowie Teile seines Daumens, wie die Polizei berichtete.

Insgesamt zieht die bayerische Polizei aber ein positives Fazit nach der Silvesternacht – sie sei weitgehend friedlich und ruhig verlaufen. So mussten die Beamten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord zum Jahreswechsel 229 Mal ausrücken – im Vorjahr waren es noch 320 Einsätze. Beim Präsidium Oberbayern Süd waren es mit 219 Einsätzen zwar zehn mehr als im Vorjahr, doch bis auf die gesprengte Hand in Bad Reichenhall blieb es vor allem bei kleineren Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

So hielten sich zwar die meisten, aber nicht alle Bayern an die nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr. In Berchtesgaden etwa kontrollierte die Polizei kurz vor Mitternacht acht Personen, die ohne triftigen Grund, aber dafür mit zwei Schreckschusswaffen mit 1400 Schuss Munition auf der Straße unterwegs waren. In der Gruppe befanden sich außerdem Österreicher, die sich nach der Einreise eigentlich in Quarantäne begeben hätten müssen.

Auch eine Reihe von Partys löste die Polizei auf. Etwa im Landkreis Mühldorf, wo ein junger Mann 20 Gäste auf den heimischen Bauernhof eingeladen hatte – bis die Beamten die Feier gegen 2.30 Uhr beendeten. In Aschheim im Kreis München setzte die Polizei einer Gartenparty mit elf Personen ein Ende – Anwohner hatten sich beschwert. Ähnliche Fälle von Hauspartys und Ruhestörungen meldete die Polizei aus den verschiedensten Ecken Bayerns. Allein in Freising wurden zudem etwa 20 Personen angezeigt, die ohne triftigen Grund nach 21 Uhr im Freien unterwegs waren. In den meisten Fällen droht den Betroffenen ein Bußgeld, über das am Ende die jeweilige Kreisverwaltungsbehörde entscheidet.

Wie jedes Jahr kam es auch heuer zu diversen Bränden. In Regensburg etwa fing ein Raclette-Grill Feuer und löste einen Wohnungsbrand aus, bei dem eine Frau leicht verletzt wurde. In Dießen stürzte eine angetrunkene 28-Jährige über eine Feuertonne in ihrem Garten und musste mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht werden. In Oberdorfen steckten zwei Zwölfjährige ein Buswartehäuschen mit Feuerwerkskörpern in Brand. Und im oberfränkischen Weismain löste eine Feuerwerksrakete einen Dachstuhlbrand aus.

Das Ziel von weniger Rettungseinsätzen wegen der überlasteten Kliniken wurde mit den strikten Vorgaben aber trotz der diversen Einsätze erreicht. So meldete der BRK-Rettungsdienst mit bayernweit 5222 Einsätzen zum Jahreswechsel einen deutlichen Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Überlastung des Rettungsdienstes und der Notaufnahmen konnte verhindert werden, bilanziert das Bayerische Rote Kreuz.

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