München – Vogelbeobachtung macht glücklich – das hat eine wissenschaftliche Studie kürzlich herausgefunden. Da kommt die „Stunde der Wintervögel“ also gerade recht. Das schönste Naturschutzgebiet liegt manchmal ja direkt nebenan: Ob Garten, Hof oder Park – überall finden Vögel Nahrung, Brutplätze und Schutz. All diese Orte können die nächsten Tage zu Beobachtungsplätzen werden. Die Stunde der Wintervögel findet an diesem Wochenende statt – vom 8. bis 10. Januar.
Die Beschäftigung mit der Natur, die Beobachtung der unterschiedlichen Verhaltensweisen und natürlich auch die frische Luft haben nachweisbar einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und die Stimmung. Von Jahr zu Jahr entdecken immer mehr Leser unserer Zeitung ihre Freude an der Vogelzählung des Landesbunds für Vogelschutz, die dieses Jahr in die 16. Runde geht.
Vogelbeobachter können in dem beiliegenden Meldebogen alle Vögel eintragen. Die Naturschützer werten diese Bögen und viele tausend weitere Meldungen aus. Jeder, der sich an der Aktion beteiligt, kann einen Beitrag dazu leisten, dass über Bayerns Vögel Neues herausgefunden wird. „Besonders interessiert uns, wie diesmal die Blaumeise dasteht“, sagt Sophia Engel, die Ornithologin des LBV in München. „Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Krankheit aufgetreten, an der viele Blaumeisen starben. Wir hoffen, diese Verluste konnten in der Brutzeit ausgeglichen werden.“ Durch den bisher sehr milden Winter zeigen sich vermutlich auch viele der Arten, die normalerweise im Winter wegziehen: Hausrotschwänze, Mönchsgrasmücken oder auch Stare, vermutet Engel. „Ich bin auf jeden Fall gespannt, denn Überraschungen gibt es eigentlich jedes Jahr.“
Mitmachen ist einfach: Gezählt werden kann überall im Siedlungsraum, die Beobachtungszeit dauert immer eine Stunde. Notiert werden sollte jede Art mit der Höchstzahl der gleichzeitig beobachteten Vögel. Wer also einmal zwei und dann einmal vier Blaumeisen gleichzeitig sieht, notiert vier auf dem Meldebogen. So wird vermieden, dass mehrfach gesehene Tiere doppelt gezählt werden. Bei der Artenbestimmung helfen Vogelsteckbriefe, die der LBV auf der Seite www.stunde-der-wintervoegel.de veröffentlicht hat.
Die Ergebnisse der Zählung können bis zum 18. Januar dem LBV übermittelt werden. Am 9. und 10. Januar sind von 10 bis 18 Uhr auch kostenfreie telefonische Meldungen unter 0800/1 15 71 15 möglich. Unter allen Teilnehmern werden Preise verlost, zum Beispiel eine Vogelbeobachtungsreise für zwei Personen.