Aus für den Skilift zum Mieten

von Redaktion

Behörde zieht Genehmigung für Bromberglift zurück

Böbing/Garmisch-Partenkirchen – Kurz vor dem Wochenende kam der Schnee, und so herrschte am Böbinger Bromberglift im Landkreis Weilheim-Schongau in den vergangenen Tagen reger Skibetrieb. Möglich machte das eine Idee der Liftbetreiberin Steffi Erhard und ihrer Familie. Nach langen Verhandlungen mit dem Ordnungsamt bekamen sie die Genehmigung, ihren Lift stundenweise an eine Familie mit maximal einer weiteren Begleitperson zu vermieten (wir berichteten). Kostenpunkt: 110 Euro pro Stunde für den großen Schlepplift, nur mit vorheriger Anmeldung. Die Aktion sprach sich schnell herum, schon kurz nach der Ankündigung waren alle buchbaren Termine fürs Wochenende vergriffen. Doch die Freude währte nicht lange – gestern Abend teilte das zuständige Landratsamt mit, dass die Genehmigung zurückgezogen wird.

Das Konzept hatte zwischenzeitlich Begehrlichkeiten bei anderen Skiliftbetreibern weckt. So scharrten etwa auch Tobias Papistock von den Wankliften in Oberammergau oder Ferdinand Meiler vom Steckenberglift in Unterammergau im Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen mit den Hufen. Sie hätten ihre Lifte ebenfalls gerne vermietet – „damit wir als kleiner Lift wenigstens ein paar Einnahmen haben“, sagt Meiler. Doch das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen spielt nicht mit.

„Wir machen das nicht“, betont Sprecher Stephan Scharf. Die Behörde habe sich in dieser Frage auch mit dem Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen abgestimmt. Beide hätten sich entschlossen, keine entsprechenden Genehmigungen zu erteilen. Zwar laufe noch eine Anfrage an die Regierung, wie mit dem Wunsch der Liftbetreiber zu verfahren sei. Doch Scharf macht wenig Hoffnung. Einen Lift zu öffnen, das würde aus Sicht des Landratsamtes alle Anstrengungen im Infektionsschutz ad absurdum führen.

Die Liftbetreiber sehen das naturgemäß etwas anders. „Es besteht null Risiko“, sagt Tobias Papistock. Der Betrieb für die Profisportler funktioniere schließlich auch. Allerdings gibt es auch Liftbetreiber, die mit der Teilöffnung wenig anfangen können. So etwa Oberaus Bürgermeister Peter Imminger, dessen Gemeinde den Lift am Rabenkopf betreibt. Ein Betrieb für einzelne Skigäste kommt für ihn nicht infrage. „Wenn wir aufmachen, dann für alle.“  cf/bas

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