Vorerst keine FFP2-Maskenpflicht in den Schulen

von Redaktion

München – Teils harsche Kritik hat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) im Bildungsausschuss des Landtags anhören müssen. Die emotionalste Kritik kam von der bildungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion. „Es läuft einfach nicht so gut, wie Sie es darstellen“, sagte Simone Strohmayr nach einem Bericht des Ministers zur Lage der Schulen in der Pandemie. „Es ist so offensichtlich, dass man hier versucht, alles schönzureden.“ Vieles sei noch ungeregelt, etwa die Frage, ob die Lehrpläne zu diesem Schuljahr überarbeitet würden und ob Stoff gekürzt werde. Die Faschingsferien zu streichen, reiche nicht. „Sie glauben doch nicht, dass in dieser einen Woche das nachgeholt werden kann, was über Monate ausgefallen ist“, sagte Strohmayr. „Das ist einfach nicht ehrlich, und das spüren die Menschen auch.“ Piazolo räumte ein, dass nicht alles perfekt laufe, verwahrte sich aber gegen den Vorwurf der Schönfärberei: „Ich habe hier nichts schöngeredet.“ Als ihm der FDP-Bildungspolitiker Matthias Fischbach vorhielt, die Entwicklung digitaler Schulbücher zu verschlafen, platzte dem sonst so ruhigen Minister der Kragen. Fischbachs Bemerkungen seien „von beispielloser Naivität“, niemand könne in neun Monaten neue Schulbücher entwickeln. Letztlich nicht beantwortet wurde von Piazolo die Frage von Max Deisenhofer (Grüne), der wissen wollte, ab welchem Inzidenzwert die Schulen wieder geöffnet würden. Die gängige Formulierung ist: „sobald es das Infektionsgeschehen zulässt“. Es würden „bewusst keine Werte genannt“, meinte Piazolo.

Piazolo bekräftigte aber, dass er die Abiturienten zum 1. Februar in den Wechselunterricht schicken will. Dabei soll auf die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske verzichtet werden, teilte das Kultusministerium auf Anfrage mit. „Ab 1.2. werden über 97 Prozent der Schüler nicht im Präsenzunterricht sein“, erklärte ein Pressesprecher. Es gelte „unverändert die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem gesamten Schulgelände.“ Der Münchner Mediziner Prof. Franz-Xaver Reichl, der in unserer Zeitung wöchentlich Corona-Fragen beantwortet, hält einen FFP2-Schutz in der Schule nur unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll: Die Schüler müssten mehrere Masken zum Wechseln mitnehmen. „Eine durchfeuchtete Maske hat eine geringere Schutzwirkung.“  dw

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