Trickbetrüger nutzen Pandemie für neue Masche

von Redaktion

Alling – Mit einer neuen Masche versuchen Telefonbetrüger, an die Ersparnisse von Senioren zu gelangen. Einer dieser Fälle ereignete sich in Alling (Kreis Fürstenfeldbruck). Dort bekam die 73-jährige Annemarie S. einen Anruf mit unterdrückter Nummer. „Eine Frau sagte mir, dass mein Sohn mit Corona in einem Münchner Krankenhaus liegt und hohes Fieber hat.“ Kurz darauf war ein angeblicher Arzt namens Dr. Weber am Telefon. Er erklärte, dass man ihrem Sohn ein noch nicht zugelassenes Mittel verabreichen müsste, um die Heilungschancen zu erhöhen. Die Krankenkasse würde das nicht übernehmen, weshalb Annemarie S. eine Summe von 41 000 Euro in bar vorstrecken und zur Klinik bringen solle. Danach würde das Geld zurückerstattet werden.

Auf die Nachfrage, in welcher Klinik denn ihr Sohn liege, zögerte der Anrufer. S. wurde stutzig, antwortete jedoch voller Sorge um ihren Sohn: „Ich habe nicht so viel daheim.“ Daraufhin legte der Anrufer auf. Die 73-Jährige rief ihren Sohn an. Der war natürlich wohlauf – und die Seniorin erstattete Anzeige.

In Bayern gab es im vergangenen Jahr mindestens 21 060 Fälle von Telefonbetrug. Das gab die Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD im Landtag bekannt. Insgesamt erbeuteten die Trickbetrüger 14,1 Millionen Euro. Aber auch Betrug beim Online-Banking ist beliebt: Durch rechtswidrig erlangte Bankdaten haben Betrüger allein im südlichen Oberbayern in den vergangenen drei Monaten fast 500 000 Euro erbeutet, wie die Polizei mitteilte. gar/lby

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