Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Manuela Fürnrieder wohnt seit ihrer Geburt in Ottendichl, einem Ortsteil von Haar (Kreis München). Schon ihren Eltern und Großeltern hat es in dem Dorf, mit heute 700 Einwohnern, gefallen und auch die Tochter der 58-Jährigen lebt mit ihren Kindern in Ottendichl. Kein Wunder, dass sich die gelernte Einzelkauffrau im Gemeinderat Haar für den Ortsteil einsetzt. Seit über zehn Jahren ist sie für die SPD im Gremium aktiv.
Frau Fürnrieder, was macht Ihren Heimatort so besonders?
Der Zusammenhalt der Einheimischen ist ganz besonders. Wir achten drauf, die Traditionen aufrechtzuerhalten.
Wie gelingt das?
In unserem Vereinsprogramm werden – wenn man Corona ausklammert – Veranstaltungen wie Ostereiersuche, Fasching und der Sankt-Martins-Umzug noch großgeschrieben. Alles, was im Kalenderjahr so geboten ist. Auch der Trachtenverein D’Ammertaler ist ein wesentlicher Bestandteil im Dorf.
Was ist Ihr Lieblingsort in Ottendichl?
Am liebsten bin ich in unserem Vereinsgarten. Dort ist es immer gesellig. Vor allem, wenn die Kinder auf dem Rasen spielen. Einfach ein toller Platz für Jung und Alt.
Vermissen Sie etwas?
Auf jeden Fall eine Einkaufsmöglichkeit, zum Semmeln oder Wurst kaufen. Einen Laden für den täglichen Gebrauch. Wenn ich etwas benötige, fahre ich immer nach Haar oder Feldkirchen. Der letzte Kramerladen hat leider schon Anfang der 1980er-Jahre geschlossen.
Leben auch junge Leute in Ottendichl oder zieht es die meisten in die Stadt?
Da wir im Münchner Osten leben, haben wir schon viel Zuzug. In den letzten Jahren sind viele junge Familien nach Ottendichl gekommen.
Kennt jeder jeden in Ottendichl?
Nein, nicht mehr. In meiner Jugend kannte ich 90 Prozent der Leute, doch das hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Doch durch das Vereinsleben lernt man immer wieder neue Leute kennen.
Interview: Laura Forster