Feldafing – „Was die Gutenberg-Bibel für die Welt ist, könnte diese Karte für Feldafing sein“, sagt Bürgermeister Bernhard Sontheim aus Feldafing (Kreis Starnberg). In einem Antiquariat hat die Gemeinde eine Karte der „Hofmarck Garazhausen“ von 1794 erstanden.
Sie ist aus Papier, wurde schon mit Japanpapier unterlegt, und zeigt die Roseninsel sowie den Uferbereich des Starnberger Sees. Der unbekannte Landvermesser hat mit Tinte gearbeitet und die Bäume nachaquarelliert.
Die Karte hat für Feldafing einen hohen ideellen Wert: „Sie gehört nicht in ein Staatsarchiv oder zur Schlösser- und Seenverwaltung, sondern ins Feldafinger Archiv“, erklärt Sontheim. „Sie ist unser ältestes Original.“
Ein Münchner Architekt hatte die ehrenamtliche Archivarin der Gemeinde, Martina Graefe, informiert, dass die Karte zum Verkauf stehe. Sie erkannte den Wert und wandte sich an den Bürgermeister. Gerade noch rechtzeitig konnte die Gemeinde das Dokument erwerben – am Folgetag sollte es auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse angeboten werden. Stattdessen ist das Feldafinger Archiv jetzt um eine Attraktion reicher. SANDRA SEDLMAIER