München – Margit Wisheu vom Skiclub Mauern im Landkreis Freising hat einen Schlussstrich gezogen. „Wir haben alle offiziellen Fahrten gecancelt“, sagt Wisheu. Denn auch wenn die finalen Beratungen auf Bund-Länder-Ebene noch ausstehen – sie glaubt nicht, dass die bayerischen Skigebiete im März oder über Ostern noch öffnen werden. Falls im April tatsächlich noch etwas gehen würde, dann könne der Skiclub vielleicht kurzfristig noch etwas anbieten. „Aber ich halte es für unrealistisch, daran zu glauben, dass wir mit einem Bus wohin fahren könnten.“
Einen so schneereichen Winter wie diesen haben die bayerischen Skigebiete schon lange nicht mehr erlebt. Doch davon haben die Pisten- und Liftbetreiber nichts, die Pandemie und der bundesweite Lockdown sorgten dafür, dass auf den Pisten lediglich einige Skitourengeher oder Rodler unterwegs sein durften. Doch während etwa in Sachsen die Skigebiete in Absprache mit der Politik Mitte Januar das endgültige Aus für diese Skisaison verkündeten, machen sich Bayerns Lift- und Bergbahnbetreiber zumindest noch kleine Hoffnungen auf einen Pisten-Endspurt.
„Wir und alle unsere Kollegen warten auf die Bund-Länder-Beratungen in der nächsten Woche“, sagt Matthias Stauch, Chef der Bayerischen Zugspitzbahnen und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender beim Deutschen Seilbahnverband. Doch Signale aus der Politik für eine schnelle Freigabe der Lifte gibt es nicht, ganz im Gegenteil. „Das drückt natürlich auf die Stimmung“, sagt Stauch. Gerade in niedrigeren Lagen hätten viele Bahnbetreiber die Beschneiung bereits eingestellt. „Die beste Skizeit sind eben Weihnachten und die Faschingsferien.“ Danach wird es selbst im großen Skigebiet Garmisch Classic dünn. Lediglich das Zugspitzgebiet biete die Voraussetzungen, dass auch im Mai noch gefahren werden kann. Aber wenn die Leute im Tal schon bei Sonnenschein mit dem Radl unterwegs sind, dann sei die Lust aufs Skifahren natürlich nicht mehr besonders groß. Am Wochenende findet in Garmisch-Partenkirchen noch der Ski-Weltcup der Herren statt. Doch wie es danach weitergeht, ist die große Frage.
Seilbahn-Verbandschef Stauch macht die wirtschaftliche Situation der Seilbahnbetreiber Sorgen. Denn die Betriebe erhalten zwar eigentlich staatliche Unterstützung. „Doch bislang ist bei uns nur eine Anzahlung der Novemberhilfen angekommen. Wir sind permanent im Gespräch mit unseren Wirtschaftsprüfern, aber die fragen sich genauso, wie es weitergeht.“
Auch beim Skigebiets-Verbund „AlpenPlus“, zu dem die Skigebiete Brauneck-Wegscheid, Spitzingsee-Tegernsee, Sudelfeld und Wallberg gehören, ist die Marschrichtung weiter klar: „Wir würden aufmachen, wenn wir dürfen“, betont Sprecherin Antonia Asenstorfer. Selbst wenn es erst im März so weit sein sollte. „Unsere Saison geht traditionell bis Ostermontag.“ Somit wäre auch bei einer Öffnung im März je nach Wetter noch ein Skibetrieb von fünf bis sechs Wochen möglich, betont Asenstorfer. „Die Hygienekonzepte für eine Öffnung haben wir. Es wäre besser als nichts.“ Schließlich ziehe es die Leute ins Freie, das hätten die vergangenen Wochen gezeigt. „Und eine Öffnung wäre eine Perspektive für unsere Mitarbeiter, von denen wir viele in Kurzarbeit schicken mussten. Doch Asenstorfer gibt auch zu: „Die Hoffnung, dass es noch klappt, wird von Tag zu Tag geringer.“