Spatz ist erneut häufigster Wintervogel

von Redaktion

Hilpoltstein – Für den Spatz ist es der dritte Sieg in Folge. Schon in den beiden Vorjahren eroberte er in Bayern Platz 1 bei der „Stunde der Wintervögel“. Auch in diesem Jahr hatten Landesbund für Vogelschutz und NABU Vogelbeobachter aufgerufen, in den Gärten und Parks Vögel zu zählen. Mehr als 40 000 Menschen in Bayern beteiligten sich diesmal – das sind über 13 000 mehr als im Vorjahr und nochmal deutlich mehr als im Rekordjahr 2018 (damals waren es 33 000). „Diese Rekordbeteiligung ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Lockdown zurückzuführen, da die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen und den Vögeln vor ihrer Haustür mehr Aufmerksamkeit schenken“, sagt die LBV-Vogelexpertin Annika Lange.

Im Schnitt wurden dieses Jahr allerdings nur 32 Vögel pro Garten beobachtet. Das sind so wenige wie noch nie in den 16 Jahren, in denen es die Aktion bereits gibt. „Solche temporären Rückgänge müssen nicht gleich als Alarmsignal gesehen werden“, sagt Lange. „Gerade wenn so viele Arten tendenziell eher ausbleiben, deutet das auf übergeordnete Ursachen hin wie ein gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur. Die Vögel suchen unsere Gärten dann seltener auf.“

Auf Platz 2 landete in diesem Jahr ein Artgenosse des Haussperlings: der Feldsperling. „Obwohl Haus- und Feldsperlinge in weniger Gärten gemeldet worden sind als in den vergangenen Jahren, können sie ihre Führungsposition halten“, sagt Lange. „Die Meldezahlen liegen aber im Rahmen der üblichen Schwankungen der Populationen.“ Obwohl der Haussperling das Feld wieder anführt, gibt es für ihn keine Entwarnung. Denn gerade in den Städten fehlen ihm nach wie vor geeignete Nistplätze an Gebäuden. Die bundesweit geringste Haussperlings-Dichte gibt es in München. Der Feldsperling dagegen scheint sich zumindest entlang der bayerischen Donau sehr wohl zu fühlen. Die meisten Feldsperlinge wurden erneut im Kreis Landshut gemeldet.

Platz drei konnte sich die Blaumeise sichern. Vergangenes Jahr im Frühling war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, an der tausende Blaumeisen starben. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ im Mai meldeten die Beobachter 22 Prozent weniger Blaumeisen als im Vorjahr. Auch jetzt wurde der Vogel etwas seltener gesichtet. „Ein Grund zur Sorge besteht wegen des Bakteriums aber nicht“, sagt LBV-Expertin Lange. „Unsere bayerischen Blaumeisen waren von Angang an nicht ganz so stark betroffen wie die Vögel in anderen Bundesländern.“ Außerdem wurden neben der Blaumeise auch weitere typische Waldvögel weniger gesichtet. Das könnte auch auf eine gute Verfügbarkeit von Nahrung in der Natur zurückzuführen sein. Auf den weiteren Plätzen folgten die Amsel, die Blaumeise und der Buchfink.  mm

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