von Redaktion

Heute kam Waldkauz Ulrich schon in aller Frühe angeflogen. Er kam vom Bauernhof und setzte sich für einen Schnatter auf einen Ast über mein Nest. „Ein komischer Geruch hat mich nach der Jagd dort hingeführt“, krächzte er. Durch das beschlagene Küchenfenster sah er, dass schon in aller Frühe eine Fischsuppe in einem Topf auf dem Herd brodelte. Ulrich hätte sich den Fisch darin gern geschnappt. „Heute ist Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit“, krächzte er mir. „An Fastentagen war Fleisch früher verboten, aber Fisch erlaubt. An Aschermittwoch halten es bis heute viele Zweibeiner so.“ Ich nickte. „Was hat die Asche eigentlich mit dem Mittwoch zu tun?“, fragte ich. „Ganz früher zogen sich Menschen, die schlimme Sünden begangen hatten, am Aschermittwoch ein Büßergewand an und ließen sich mit Asche bestreuen“, krächzte Ulrich. „Asche wurde einst auch als Putzmittel genutzt. Man dachte, sie könne auch die Seele reinigen.“ Die Asche soll auch daran erinnern, dass man nicht ewig lebt und seine Zeit darum gut nutzen soll. Bis heute ist es Brauch, Gläubigen an Aschermittwoch ein Aschekreuz auf die Stirn zu zeichnen. Heuer soll die Asche wegen Corona aber sicherheitshalber nur aufgestreut werden, wie ich gehört habe. Eure Paula

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