München/Berlin – Berufspendler dürfen noch bis heute Nacht ohne spezielle Bescheinigung ihres Arbeitgebers in Sachsen und Bayern die deutsche Grenze passieren. Bis Donnerstag 24 Uhr reiche die Vorlage des Arbeitsvertrags aus, hieß es gestern aus dem Bundesinnenministerium. Die Frist, die ursprünglich in der Nacht zum Mittwoch auslaufen sollte, sei auf Bitte der sächsischen Regierung verlängert worden. Von Freitag an müssen Pendler dann eine Bestätigung vorlegen, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind und zwingend für die Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden.
Hintergrund ist dem Vernehmen nach, dass man den Arbeitgebern nach der geänderten sächsischen Quarantäneverordnung Zeit geben musste, um sich auf die neuen Regelungen vorzubereiten. Um Verwirrung zu verhindern, wurde die Frist auch für den bayerischen Grenzabschnitt verlängert. In Bayern wurden laut Innenministerium Grenzgängern aus rund 2500 systemrelevanten Betrieben entsprechende Bescheinigungen ausgestellt.
In Tschechien sorgen die strengen deutschen Grenzkontrollen und Einreiseregeln erneut für teils erhebliche Komplikationen. Viele Lkw-Fahrer haben den erforderlichen negativen Corona-Test nicht dabei. Vor einem Testzentrum in Rozvadov an der Autobahn D5/E50 Prag-Nürnberg bildete sich am Mittwoch ein zwölf Kilometer langer Lkw-Rückstau auf der rechten Fahrspur. Zeitweise standen nach Angaben der Feuerwehr bis zu 1000 Menschen in der Schlange vor den beiden Zelten, in denen getestet wird. „Wir versuchen, die Situation zu retten“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Manche Lkw-Fahrer im Transitverkehr sprächen weder Englisch noch Tschechisch oder Deutsch. Der tschechische Spediteursverband Cesmad Bohemia beklagte, dass mehr als die Hälfte aller grenzüberschreitenden Lieferungen verspätet eintreffe. Das sei ein riesiges Problem, sagte Sprecher Martin Felix. Er forderte, dass ein Test pro Woche genügen sollte. dpa/lby