Dachau – Im Streit um die Besetzung einer Stelle an der KZ-Gedenkstätte Dachau begehren jetzt die Mitarbeiter auf. Geschätzt zwei Drittel der Belegschaft haben nach Informationen unserer Zeitung einen offenen Brief an den Leiter der übergeordneten Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, Karl Freller, unterzeichnet. Wie berichtet, plant Freller per Umsetzungsverfügung, seine Büroleiterin zur Chefin der Bildungsabteilung zu befördern. Er argumentiert damit, dass die Gedenkstätte kein eigenständigen Dienstbetrieb sei, vielmehr zur Stiftung gehöre, und er zur Stellenbesetzung berechtigt sei. Nach einer Ausschreibung hatte sich zuvor nach seinen Angaben kein geeigneter Kandidat beworben.
„Wir sind über diesen sehr kurzfristigen Beschluss überrascht und irritiert, da dies die Aussetzung des bereits laufenden Auswahlverfahrens bedeuten würde“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Durch die Vorgehensweise leide das Vertrauen der Mitarbeiter erheblich. Freller müsse das Auswahlverfahren nach der Ausschreibung wieder aufnehmen „und auf geordnetem Weg zum Abschluss bringen“. In dem Verfahren müssten sich die Bewerber einer mehrstufigen Prüfung unterziehen. Auch der Personalrat hat sich eingeschaltet. Sollte Freller seine Verfügung nicht zurückziehen, werde man rechtliche Schritte einleiten, hieß es. dw