Warten auf den Ansturm

von Redaktion

VON MARCO BLANCO UCLES

München – Die Abstandsmarkierungen aus dem Herbst sind inzwischen ausgebleicht. Die Baumarktmitarbeiter sind damit beschäftigt, überall neue rot-weiße Bänder aufzukleben. Außerdem stellen sie Bauzäune mit Schutzfolien und Desinfektionsspender auf. Im Hagebaumarkt Unterhaching (Landkreis München) laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung auf vollen Touren. Nach 75 langen Tagen dürfen sie ab dem 1. März endlich wieder Kunden im Laden empfangen. „Meine Mitarbeiter freuen sich sehr auf die Wiedereröffnung, sie sind heiß auf den Montag“, betont Marktleiter Günther Hiltl.

Frühling ist die Zeit der Hobby-Handwerker und Gärtner. Zu dieser Jahreszeit strömen besonders viele Menschen in die Baumärkte und Gartencenter. Doch zuletzt waren diese monatelang geschlossen. Corona funkte als Spielverderber dazwischen. Deshalb rechnet Hiltl nun mit einem „großen Ansturm“. Er und sein Team sind vorbereitet. 80 Angestellte sind kommenden Montag im Einsatz. Zusätzlich werden zwei Security-Männer am Eingang nach dem Rechten sehen. Die Menschen dürfen den Laden nur mit einer FFP2-Maske sowie einem Einkaufswagen betreten. Das Personal desinfiziert die Wagen regelmäßig. Zur Desinfektion der Hände sind Spender aufgestellt. Vor den Kassen brachten die Mitarbeiter zusätzlich Folien als Schutzwand an.

Auch im Gartencenter Seebauer endet der Corona-Winterschlaf. Geschäftsführer Bernhard Gerstenkorn und sein Team dürfen ab Montag wieder bis zu 200 Kunden gleichzeitig empfangen. Ebenso viele Einkaufswagen stehen zur Verfügung. Wer vor der Tür keinen bekommt, muss warten, bis wieder einer frei wird. Regelmäßiges Desinfizieren der Wagen selbstverständlich inklusive. Gerstenkorn weist seine 120 Angestellten zudem darauf hin, bei Beratungsgesprächen auf den nötigen Abstand zu achten. „Mein Personal achtet darauf, dass bei Kundengesprächen immer ein Warentisch zwischen ihnen und den Kunden steht. Das garantiert einen Abstand von 1,60 Meter.“ An den Infotheken sind Plexiglasscheiben angebracht, um Tröpfchenübertragungen zu vermeiden.

Durch die Schließung des Gartencenters litten zuletzt nicht nur Gerstenkorn und seine Angestellten. „Für die kleinen Gärtnereien ist die Luft mit Kurzarbeit sehr dünn geworden. Sie brauchen jetzt dringend das Geld“, sagt der Geschäftsführer. Für die Rückkehr in den Normalbetrieb hat sich das Gartencenter in dieser Woche ordentlich eingedeckt. Besonders mit Narzissen und Primeln – den Verkaufsschlagern zu dieser Jahreszeit. „Drei Lkw-Ladungen haben wir in den letzten Tagen bekommen“, berichtet Gerstenkorn. Er sieht sich und seinen Betrieb gewappnet für den Ansturm. Die meisten Kunden erwartet der Geschäftsführer aber erst am nächsten Wochenende.

Auch Hiltl rechnet in seinem Unterhachinger Baumarkt mit vollen Gängen. Der Marktleiter ist überzeugt, dass die Menschen in Baumärkten trotz großen Andrangs sicher vor einer Corona-Infektion sind. „Auf den großen Verkaufsflächen können Abstände gut eingehalten werden.“ Im Hagebaumarkt haben er und sein Team an alles gedacht. Jetzt überwiegt bei Hiltl und seinen Mitarbeitern die Vorfreude darauf, endlich wieder Kunden im Laden begrüßen zu dürfen.

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