Event-Arena: Grüne suchen Gegenstrategie

von Redaktion

VON DIRK WALTER

München/Freising – Klotzen, nicht kleckern: Das scheint die Devise der SWMunich Real Estate aus Freising zu sein. Der Immobilien-Planer, der eine potente Grünwalder Investment-Firma im Kreuz hat, will im Nordwesten des Flughafens eine Event-Arena (MUC Convention Center) für bis zu 22 500 Besucher bauen. Möglichst in fünf Jahren soll die Arena stehen, sagt der Geschäftsführer der SWMunich, Lorenz Schmid. Eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte kommt auf eine Wertschöpfung von 285 Millionen Euro jährlich durch Konzerte, Kongresse und TV-Shows. Doch die Halle würde in direkter Konkurrenz zur Münchner Olympiahalle stehen – weshalb die Freisinger Grünen nun die Geschäftsführerin der Olympiapark GmbH, Marion Schöne, am Donnerstagabend zu einer Online-Veranstaltung baten. Und die Managerin sparte nicht mit kritischen Anmerkungen zu dem Projekt. Sie befürchtet einen „Preiskampf“ der Hallen, die sich bei der Verpachtung unterbieten würden. Schöne wörtlich: „Das wird eine größere Konkurrenzgeschichte.“

Die Freisinger Grünen sind sehr skeptisch. Die Region sei „an der Belastungsgrenze angekommen“, sagte der Freisinger Grünen-Abgeordnete Johannes Becher. Die Grünen-Fraktionschefin im Freisinger Stadtrat, Susanne Günther, befürchtet auch einen Negativeffekt für die örtliche Kulturszene. „Es gibt kein unendliches Potenzial an Event-Gängern.“

Ob sich der Bau verhindern ließe, ist nun die Frage. Denkbar ist, dass sich Münchens grün-rote Rathauskoalition querstellt. Die Stadt ist Gesellschafterin der Flughafen-GmbH, der das Grundstück gehört. Spekuliert wird, dass sich München bei einer Abstimmung zumindest enthalten würde – wobei die Frage ist, ob bei Grundstücksgeschäften überhaupt eine Einstimmigkeit der Gesellschafter erforderlich ist. Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) ist jedenfalls hellhörig geworden: „Die Eventhalle am Flughafen stünde in Konkurrenz zur Messe und Olympiahalle“, sagte sie unserer Zeitung. „Es gilt deshalb die genauen Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Kulturstandort München zu klären.“ Es gebe nun Gespräche in den Aufsichtsgremien. Olympiapark-Chefin Schöne berichtete, bereits 2019 habe Geschäftsführer Schmid das Projekt intern vorgestellt – freilich als reine Konzerthalle. Sie wundere sich, dass das Konzept nun eine Kongressnutzung vorsehe. Schöne sieht es wie Habenschaden: Das werde Auswirkungen auf die Messe haben, die ihre Hallen im selben Segment vermietet.

Auch ein Nein des Freisinger Stadtrats wäre ein denkbarer Weg, da der potenzielle Standort auf Freisinger Flur liegt. Doch ob die Grünen als zweitgrößte Fraktion eine Rathausmehrheit gegen das Projekt erhalten, ist fraglich. OB Tobias Eschenbacher („Freisinger Mitte“) stand dem Projekt bisher aufgeschlossen gegenüber.

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