Neulich saß ich schon frühmorgens auf der Wiese am Seeufer und saugte die ersten warmen Sonnenstrahlen mit meinem Gefieder auf. Da traf mich etwas Hartes, direkt auf den Schnabel. „Au!“, quakte ich und zuckte zurück. Neben mir lag ein kleiner Erdklumpen im Gras. Er war es wohl, der mich getroffen hatte. Doch wo kam der her? Ich suchte das Seeufer nach dem Übeltäter ab und bemerkte einen frischen Erdhügel, aus dem sich ein Köpfchen streckte: ein Maulwurf, den ich gut kannte. „Manni, du musst besser aufpassen, wohin du die Erde wirfst“, quakte ich. „Habe ich dich getroffen? Das tut mir leid“, murmelte Manni. „Nach dem langen Winter tut es so gut, frische Luft zu schnuppern.“ Manni hatte die kalte Zeit weit unten im Boden verbracht. Jetzt ist er fleißig am Graben – wenn er nicht gerade frisst. „Am liebsten mag ich Regenwürmer, Schnecken und Larven“, sagte er. Zeit für andere Maulwürfe hat er kaum. „Ich bin viel lieber allein“, sagte er. „Meistens zumindest. Jetzt im Frühjahr würde ich mich gern mit einer Maulwurfs-Frau treffen.“ Gerade erweitert er sein Revier. Hat er Glück, überschneidet es sich mit dem einer Maulwurfsfrau. Trifft er einen Maulwurfsmann, gibt das oft Streit. „Den Kampf tragen wir oben aus. Nachts, wenn es sicherer ist.“ Eure Paula