von Redaktion

Als ich neulich am Waldrand entlangwatschelte, hörte ich ein komisches Geräusch. Es hörte sich an wie ein Schleifen. Ein Stück von mir entfernt, sah ich, wie ein Baum wackelte. Hinter dem Stamm lugte ein borstiger Schwanz hervor: Das konnte nur Wildschwein Herbert sein, der sich am Stamm rieb. „Dich juckt es wohl“, grüßte ich ihn. „Ich male“, grunzte Herbert. „Ein Bild? Ich kann keines sehen“, quakte ich. Herbert lachte und verriet mir, dass er das Wort „Malen“ von Jägern aufgeschnappt hat. Die nennen das Scheuern wegen der kreisförmigen Bewegung so. Fast ebenso gern suhlt sich Herbert im Schlamm. „Im Sommer gibt es nichts Besseres, um sich abzukühlen“, grunzte er. „Es hilft auch, lästige Krabbler im Fell loszuwerden.“ Noch besser sei es, beides zu kombinieren: „Erst suhlen, dann malen. Das tut so gut.“ Herbert ist auch froh, dass der Winter vorbei ist. Ist es richtig kalt und der Boden gefroren, ist es nicht leicht für Wildschweine, an Futter zu kommen. Jetzt kann er sich wieder so richtig in den Boden wühlen. In der Erde findet er Wurzeln, Pilze und Käferlarven. Später im Jahr kommen Früchte und Getreide dazu. „Wir fressen aber alles, was uns vor den Rüssel kommt, sogar Aas. Und Vögel“, grunzte Herbert. „Bei Wetterenten machen wir eine Ausnahme.“ Eure Paula

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