München steht in der Pflicht

von Redaktion

HANS MORITZ

Immer wieder hat es Anläufe gegeben, der Landeshauptstadt ihren 23-Prozent-Anteil am Flughafen München abzukaufen, etwa als es um die dritte Startbahn ging, die der Freistaat als Mehrheitseigentümer unbedingt wollte, während es in München Widerstand gab. OB und Stadtrat haben sich dem stets verweigert. Was ihnen der Flughafen wirklich wert ist, können sie jetzt zeigen – indem sie ihre Blockade aufgeben – nicht gegen die dritte Bahn, sondern öffentliche Gelder, um ihn zu stützen.

58 Millionen Euro sind für eine Stadt, die ebenfalls von Corona gebeutelt ist, wahrlich kein Pappenstiel. Aber der Stadtrat sollte in seiner Sitzung am 24. März Zweierlei bedenken: Es ist keine normale Wirtschaftshilfe, sondern ein rettendes Invest in ein eigenes (!) Unternehmen, das als systemrelevante Infrastruktur gar nicht zusperren darf. Und: Von den rund 38 000 Menschen, die im Erdinger Moos Arbeit finden, sind knapp 11 000 Münchner Bürger. Der Flughafen ist einer der großen Arbeitgeber und Ausbilder. Mit ihm kann man sich nicht nur schmücken, wenn es gut läuft. Verweigert die Stadt ihre Hilfe in einer historischen Krise, wäre es nur folgerichtig, ihre Anteile doch zu verkaufen. Alles andere wäre unglaubwürdig.

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