Schweinfurt – Ein Verkehrsgutachter rügt schwere Mängel in einer Fahrgastpotenzial-Analyse, die das bayerische Verkehrsministerium zur unteren Steigerwaldbahn vorgelegt hatte. Die kürzlich vorgelegten Werte für die stillgelegte Strecke Schweinfurt-Kitzingen seien viel zu gering. Die Studie durchziehe eine „eher negative Grundhaltung“ zur Reaktivierung, sagt der Geograf Konrad Schliephake, der mit dem Förderverein „Steigerwald-Express“ zusammenarbeitet. Seit Jahren kämpft der Förderverein für die Wiederinbetriebnahme der unteren Steigerwaldbahn, die einst Schweinfurt mit Kitzingen verband, aber in den vergangenen Jahrzehnten schrittweise eingestellt wurde. Die BEG kam zum Schluss, dass das Nachfragepotenzial auf der Bahnlinie bei nur 563 Personenkilometer liegt. „Damit wird der maßgebliche Schwellenwert von 1000 Personenkilometer pro Kilometer Streckenlänge deutlich verfehlt.“ Der vom Förderverein konsultierte Würzburger Konrad Schliephake hat das BEG-Gutachten analysiert. Die neuen niedrigen Zahlen erstaunten ihn, schreibt Schliephake. Er wirft der BEG in einer noch unveröffentlichten Stellungnahme, die unserer Redaktion vorliegt, unvollständige Berechnungen vor. Unter anderem sei die Tourismusanalyse „unergiebig“, weil die BEG amtliche Statistik verwendete, die nur Hotelbetriebe mit mehr als neun Betten erfasse. dw