DIRK WALTER
Endlich wieder Schule im Präsenzbetrieb – oder haben wir uns da zu früh gefreut? Man kann die Erleichterung vieler Eltern nachvollziehen, dass ihre Kinder nach elf Wochen Schulschließung nun zumindest wieder tageweise in den Präsenzunterricht gehen. Das Gefühl der Vereinsamung, die Gefahr, dass die Schule manche Kinder auch verliert und nicht mehr erreicht, ist real. Allerdings: Die Gefahr, dass sie mitten in eine dritte Covid-Welle laufen (und sie noch weiter ausbreiten), lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Dieser Gefahr muss mit Dämmen begegnet werden: Schnelltests und Impfen sind die besten Methoden.
Die Realität an Bayerns Schulen ist leider eine andere. Geimpft ist erst ein kleiner Teil der Lehrer – und nach dem Astrazeneca-Desaster gestern wird das auch so bleiben. Und von den Selbsttests war (abgesehen von Pilotprojekten) gestern am Tag der Schulöffnung noch nichts zu sehen. Ohnehin murren schon die Lehrer (unverständlicherweise), dass sie das dann beaufsichtigen sollen. So bleibt vorerst ein Unbehagen. In Bayern ist eben nicht alles getan worden, um den Schulstart optimal zu gestalten – und das trotz so einer langen Vorlaufzeit. Man kann den Frust eines Schulleiters nachvollziehen, der schrieb, er als Vater lasse da seine Kinder lieber daheim. Jetzt müssen wenigstens alle sehr gut aufpassen, um die Zeit bis Ostern zu meistern.
Dirk.Walter@merkur.de