Unterammergau – Nach dem Verenden eines Steinadlers an einer Bleivergiftung in Unterammergau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) hat die SPD-Fraktion im Landtag erneut ein Verbot von bleihaltiger Munition verlangt. Das Adlerweibchen hatte Aas gefressen, das bleihaltige Munition enthielt (wir berichteten). Naturschützer fordern das Verbot seit Langem. „Steinadler sind streng geschützt und in den bayerischen Alpen extrem selten. Daher tut dieser Verlust besonders weh – und er wäre vermeidbar gewesen, wenn der Jäger keine bleihaltige Munition genutzt hätte“, sagte der SPD-Umweltexperte Florian von Brunn. In Niedersachsen etwa sei bleihaltige Munition verboten. Die forst- und tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Martina Fehlner, verlangte, der Staatswald müsse seine Vorbildfunktion wahrnehmen. „Mit einem sofortigen Verbot bleihaltiger Munition in diesen Gebieten würde der Schutz seltener Tierarten vorangetrieben.“
Ein Wanderer hatte das Steinadlerweibchen in Unterammergau gefunden. Helfer kämpften mehrere Tage lang in einer Greifvogelauffangstation um das Leben des Tieres. Es bekam unter anderem künstlichen Sauerstoff – Atemnot ist ein Symptom der Bleivergiftung. Am Freitag verendete das Steinadlerweibchen. Zum fünften Mal seit 1982 starb damit ein Steinadler an Bleivergiftung. Auch für andere Vögel ist bleihaltige Munition eine Gefahr, etwa für die Bartgeier, die im Nationalpark Berchtesgaden wieder angesiedelt werden sollen. lby