Spaenle sieht „Geschichtsklitterung“ bei den Querdenker-Demos

von Redaktion

München – Der Bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle verurteilt die Nutzung von Davidsternen auf Demos gegen die Corona-Maßnahmen. Wer sich den gelben Stern ans T-Shirt hefte, um sich damit als Verfolgter wie einst die Juden in der NS-Zeit zu fühlen, betreibe „gelinde gesagt Geschichtsklitterung“. Das Zeichen sei in der Nazizeit von einem Terrorregime beim Massenmord an den Juden verwendet worden – „wer das heute verwendet, betreibt keine Provokation, sondern beleidigt schlicht die Opfer“, sagte Spaenle.

Er verwies auf die steigende Zahl antisemitischer Straftaten in Bayern (353 im vergangenen Jahr. Dagegen setzt der Beauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus auf eine Aufklärungskampagne. Vor allem in den Vereinen gebe es noch zu wenig Engagement, wohl aber viel Interesse an dem Thema. Er erwähnte unter anderem eine Anfrage des Bayerischen Kanuverbandes. Er werde versuchen, Ehrenamtliche in der Wertebildung zu unterstützen. Unter anderem gibt es eine neue Publikation „Wissen gegen Judenhass“.

Spaenle schlug ein Präventionskonzept gegen Antisemitismus vor. Im Gedenktag „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ sollte dabei auch die Forschung zum Judentum und Antisemitismus vernetzt werden. Es müsse einen Forschungsverbund bayerischer Lehrstühle in Bayern geben. Dabei solle auch die Lehrerbildung eingebunden werden. Auch der Nahostkonflikt und die Rolle Israels müsse mehr gelehrt werden.  dw

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