Arzt von Privatpatienten muss Impftermine absagen

von Redaktion

München – In Bayerns Hausarztpraxen haben sich zum Start der Kampagne am Mittwoch 12 263 Menschen impfen lassen. Geimpft wurde mit Astrazeneca. Geimpft wird in 1635 Praxen, jede hatte im Schnitt 20 Impfdosen erhalten. Nach Ostern sollen rund 8500 niedergelassene Ärzte Impfstoff von den Apotheken und vom Großhandel erhalten. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek bezeichnete den Impf-Start in den Praxen als sehr gut.

Doch nicht überall ist die Begeisterung so groß. Johann Königer, Hausarzt in Landsham (Kreis Ebersberg), hätte sich gerne an den Impfungen beteiligt – doch er darf nicht. Der Grund: Er behandelt nur Privatpatienten, Impfstoff erhalten nach Maßgabe des Bundesgesundheitsministeriums derzeit aber nur Vertragsärzte, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen dürfen. Königer wusste davon allerdings nichts. Also hatte er 170 Biontech-Impfdosen für die nächsten drei Wochen bestellt und mit seinen Patienten Termine vereinbart. Nach Ostern sollte es losgehen. Doch Donnerstagmorgen teilte ihm der Bayerische Apothekerverband per Fax mit, dass er keinen Impfstoff erhalten werde. Königer ist stinksauer. „Verantwortungsbewusste Eigeninitiative ist in diesem Land offensichtlich nicht gefragt“, schimpft er. So könne es mit dem geforderten schnelleren Impftempo nichts werden. Königer muss alle vereinbarten Impftermine nun wieder absagen. Die Enttäuschung wird groß sein, prognostiziert er.

In Erding hingegen kommt die Impfung für einige Bürger früher als erwartet. Das dortige Impfzentrum bekommt 550 Astrazeneca-Dosen mehr als angekündigt. Deshalb wird dort auch an den Osterfeiertagen vier Stunden täglich geimpft. Für Terminvergaben kam der Impfstoff aber zu kurzfristig. Deshalb dürfen nun alle Über-60-Jährigen, die zu den Prioritätsgruppen 1 und 2 gehören, ohne Voranmeldung zum Impfzentrum kommen. Es können sich jedoch Wartezeiten ergeben.  lby/ac/ham

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