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So ein Glück: Der Frühling lässt sich von einem Virus nicht aufhalten

von Redaktion

VON CAROLIN REIBER

Es war ja ganz schön aufregend. Gründonnerstag Ruhetag? Ratlosigkeit – wir Hausfrauen haben rotiert. Zum Glück vom Tisch, die Kanzlerin hat sich entschuldigt. Eine honorige Geste. Was bleibt: Zum zweiten Mal ein Osterfest, wie wir es vor Corona nicht kannten. Die Sehnsucht nach Freiheit, nach Sonne und Meer wird immer größer. Im Fernsehen Bilder aus Dubai, glückliche Touristen in Strandbars, Restaurants unter freiem Himmel, Wüstenausflüge auf Kamelen. Wie ein Blick in eine andere Welt.

Auch die Mallorca-Flüge sind fast ausgebucht. Ob’s sein muss? Nun, jeder ist seines Glückes Schmied. Wie’s weitergeht? Wir wissen es nicht, viele Fragen bleiben offen. Aber wie heißt es bei Erich Kästner so schön: „Seien wir ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich.“

Mit Unwägbarkeiten haben wir schon vor der Pandemie gelebt. In den vergangenen Monaten lernten wir, dass Krisen auch immer Chancen sind. Sich auf sich selbst besinnen, auf das, was wirklich wichtig ist. Außerdem haben wir aufgeräumt und ausgemustert, was schon längst eine neue Heimat verdient hatte. Goethe behauptete, dass Sammler glückliche Mensch sind, aber ein leerer Keller oder Speicher sorgen auch für Glückshormone.

Wie gut, dass sich der Frühling nicht von einem Virus aufhalten lässt. Auf den Wiesen sprießen Krokusse, Farbtupfer für die Seele. Ich freue mich immer über meinen Bärlauch und amüsierte mich, als jemand vorbeikam und meinte: „Ach, bei Ihnen sprießen schon die Tulpen, oder sind es gar schon die Maiglöckchen?“ Na ja, eine kleine Ähnlichkeit haben die Blättchen, aber man sollte vielleicht ein bisschen genauer hinschauen.

Das Osterfest 2021 – stiller und in kleinerem Rahmen. Aber die alten Traditionen zu pflegen, ist in dieser Zeit wichtiger denn je. Dass die Kirchen geöffnet bleiben – es war eine frohe Botschaft. Nach Sonnenuntergang beginnt heute, am Karsamstag, die Osternacht. In ländlichen Gegenden lodern die Osterfeuer. Vielleicht haben Sie Ihren Osterkorb zur Speisenweihe für heute Abend oder für morgen zum Festgottesdienst schon gerichtet? Er ist gefüllt mit Eiern, Osterbrot, Salz, Schinken, Meerrettich und dem Osterlamm aus Biskuit.

Auch die Osterkerze 20/21 mit Alpha und Omega, Anfang und Ende, gehört natürlich dazu. Ich war überrascht, mit welcher Begeisterung diese symbolische Geste von einigen Freunden aufgenommen wurde. Allerdings in unserer Thomas-Kirche gibt es die Feiertage über den Gottesdienst nur per Streaming, geht auch. „Nebenan“ auf der Seite gibt es übrigens tolle Tipps rund ums Osterei von Bäuerin Barbara Fischer.

Unvergesslich ist mir ein Festgottesdienst in der Kirche Mariä Heimsuchung in Gosseltshausen. Der Pfarrer pflegt eine Tradition, die vom 14. bis zum 19. Jahrhundert Bestandteil christlichen Brauchtums war: risus paschalis – das Osterlachen. Er wandte sich mit folgenden Worten an seine Gemeinde: „Schön, dass Sie hier und nicht verreist sind. Dass Sie nicht im Flugzeug sitzen, den Laptop auf dem Schoß. Ohne einen Gedanken an Ostern und seine Bedeutung. Aber ich verspreche Ihnen: Wenn die Maschine in Turbulenzen gerät, gibt es keinen einzigen Atheisten mehr an Bord, sondern nur stumme Stoßgebete: ,Lieber Gott, hilf mir!‘“ Es war eine Predigt, die tatsächlich für Osterlachen sorgte.

Erinnern Sie sich an einen Clip im Bayerischen Fernsehen? Die Protagonisten nannten jeweils ihren Namen und stellten ihren Wohnort vor: „I bin die Maria Maier aus München und do bin i dahoam!“ Auch unser Ministerpräsident war mit von der Partie: „I bin der Markus Söder und Du bleibst dahoam!“ Auch für mich ist es die bessere Alternative. Vielleicht ist nächstes Ostern der Spuk ja vorbei. Um es mit Martin Luther King zu sagen: „I have a dream!“

Ich wünsche Ihnen     ein frohes Osterfest –

herzlich

Ihre Carolin

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