München – Unter Corona-Bedingungen haben Christen in Bayern das Osterfest gefeiert. Die Gottesdienste anlässlich der Auferstehung Jesu mussten sie mit Masken und unter Verzicht auf den gemeinsamen Gesang abhalten. Weil nur wenige Besucher in den Kirchen zugelassen waren, wurden viele Gottesdienste im Internet übertragen. Bayerns Bischöfe gingen in ihren Predigten zum wichtigsten Fest im Christentum auch auf die Corona-Krise ein.
Angesichts der Pandemie seien die Menschen zur Konzentration auf das Wesentliche gezwungen, sagte Münchens Erzbischof Kardinal Reinhard Marx im Ostergottesdienst im Liebfrauendom. Man müsse auf vieles verzichten. „Aber manches könnte auch gewonnen werden, etwa die Aufmerksamkeit für das eigentlich Wichtige im Leben: die Beziehungen, die Familie, das Miteinander, die Solidarität mit den Schwachen.“
Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hob bei einem Gottesdienst in Landshut den tröstenden Charakter der Osterbotschaft hervor. Mit der Auferstehung verliere der Tod seinen Schrecken. „Unsere Lieben haben uns nicht in die Dunkelheit hinein verlassen, sondern ins Licht. Und wir hoffen darauf, dass wir in diesem Licht einst wieder vereint sein werden.“ Ausgehend von der biblischen Ostergeschichte, in der zwei Frauen die ersten Botschafterinnen der Auferstehung Jesu waren, hob Bayerns Landesbischof den Einsatz der Frauen in der Corona-Krise hervor: 80 Prozent der in der Krankenpflege Tätigen seien Frauen, in der Altenpflege seien es 83 Prozent. Sie hülfen und trösteten die Covid-Kranken in Heimen und auf den Intensivstationen.
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick sagte, es sei blasphemisch und zynisch, zu behaupten, Gott habe die Menschheit mit der Pandemie bestraft. „Es widerspricht dem Wesen Gottes, eine solche Katastrophe für die ganze Welt zu verursachen“, so Schick. Gott wolle die Menschen aber zu Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft erwecken.
Die fränkische Benediktinerabtei Münsterschwarzach hat „schweren Herzens“ alle Gottesdienste und Livestreams absagen müssen. Grund ist eine Corona-Erkrankung, wie das Kloster mitteilt. Es tue ihnen sehr leid, aber der Konvent sei in Quarantäne, außerdem müsse das Gelände geschlossen bleiben. lby/kna