Garmisch-Partenkirchen – Die Alpspitze im Wettersteingebirge im Kreis Garmisch-Partenkirchen gehört zu jenen Gipfeln, die auch Laien gut benennen können. Denn die pyramidenhafte Spitze ist einzigartig – und manch einer vergleicht den Berg mit dem noch markanteren Matterhorn in den Walliser Alpen.
Mit ihren 2628 Metern ist die Alpspitze niedriger als die nahe Zugspitze (2962 Meter), trotzdem stiehlt sie Deutschlands höchstem Berg ein wenig die Show. Die Alpspitze gilt den Einheimischen als Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen. Im Sonnenschein erstrahlt ihr Kalkstein wunderschön weiß, in der untergehenden Sonne zeigt sich der Gipfel in verschiedenen romantischen Rottönen.
Mehrere Klettersteige führen zum Gipfel, inzwischen gut gesichert. Wer aber hochalpin nicht trittfest ist, sollte (nach Corona) besser die Alpspitzbahn nutzen. Auf 2080 Metern kann man von der Plattform „AlpspiX“ ins Tal schauen. Und wer sich ganz hinauswagt, blickt durch den Gitterrost ins Bodenlose.
Der Bergname hat sich über die Jahrhunderte entwickelt. Ein erster Beleg findet sich 1604 als „Alberstain“, weitere Belege folgen 1701 als „Alberspüz“ und 1808 als „Alber Spiz“. Anfangs dürfte Alber als Personenbezeichnung gemeint gewesen sein, sagt der Münchner Namenforscher Wolf-Armin von Reitzenstein. Ein Alber ist im Bairischen der Knecht, der auf einer Gebirgsweide das Vieh und die Butter- und Käse-Bereitung besorgt. „Alber ist zugleich aber eine Ableitung von Albe – althochdeutsch für die Gebirgsweide oder Alm“, sagt Reitzenstein.
Der Bergname entwickelte sich dann auch weiter in Richtung Alm. Belege finden sich 1820 als „Almenspitz“, 1831 als „Almenspitze“ und „Alpenspitze, hoher Berg unweit Partenkirch“, 1836 als „Alp Spitz“ und 1844 als „Alpspitz“ und „Almspitz“. Im Schwäbischen ist die Alpe gleichbedeutend mit Alm, also der Bergweide, „die für die Bauern die interessanteste Stelle am Berg war“, wie Reitzenstein erläutert. Bis zur Säkularisierung gehörte die Hochalm dem Kloster Steingaden. Und am Ende der namentlichen Entwicklung wurde aus dem männlichen Albspitz die weibliche Alpspitze. Die Erklärung ist einfach: In der Mundart heißt es „der Spitz“, in der sich dann immer mehr durchsetzenden Hochsprache „die Spitze“. „Mit Gendern hatte das damals sicher nichts zu tun“, sagt Reitzenstein. WOLFGANG HAUSKRECHT