SO SCHAUT’S AUS!

Nur Bares ist Wahres!

von Redaktion

VON MANFRED SCHAUER, DEM SCHICHTL VON DER WIESN

Jeder Mensch braucht immer irgendwas. Diese Tatsache kollidiert gerade gewaltig mit erlaubten Möglichkeiten, sich außer mit Lebensmitteln und wenigen anderen Bedürfnissen des Lebens zu versorgen. So lange das Wasser nicht aus der Steckdose und der Strom mit der Post kommt, ist noch nicht alles verloren.  Trotzdem, Verlierer gibt’s leider viele, Gewinner aber auch. Der Versandhandel ist einer der großen Gewinner, unabsichtlich staatlich gefördert wegen der drastisch reduzierten Alternativen. Ergo: Der Lieferverkehr hat enorm zugenommen. Parkende Kleinbusse in zweiter Reihe sind Alltag geworden, die Chefs der Fahrer wollen, dass wir uns daran gewöhnen. Auch durch diese Entwicklung ändern sich die Gesichter unserer Städte rasant. Alles, was der Mensch sich bringen lässt, muss bezahlt werden, selten bar.   Da sind wir beim nächsten Profiteur der Geschichte, den Banken. Bargeldloses Bezahlen scheint zwar zeitgemäß, ist meines Erachtens aber ein großer Schritt in Richtung Verlust persönlicher Freiheit – Überweisungen noch ausgenommen. Garantiert nicht nur „Biss“-Verkäufer, Schausteller, Parkwächter oder das Obststandl fürchten den Niedergang des Bargeldes, Zocker und Puffgänger sowieso. Wobei dem Bordellbesuch noch eine gewisse soziale Komponente zuzuordnen wär, was mit Karte oder Ähnlichem. wohl kaum funktionieren würde. Wer elektronisch bezahlt, informiert seine Bank, wann er wo war und wie viel er ausgegeben hat.  Die Pioniere der Modernität zweifeln zu Recht am Schutz der Privatsphäre. Sie geben aber brav und fast schon naiv mit Karten-, Handy- oder anderen unbaren Zahlungen eine Menge Daten von sich preis. Mittlerweile sind wir dermaßen unter Beobachtung, dass schon eine Eingabe bei Google zum Bumerang wird. Ein Klick zu einem Produkt und der Gigant pfeift uns das Lied von der Anonymität um die Ohren. Bequemlichkeit wird einen hohen Preis haben. Und nein, ich laufe nicht mit einem Alu-Hut rum.  Also möglich: Max Mustermann holt sich im Supermarkt Zigaretten, Schokolade, Schnaps und Schweinefleisch. Ob das gesund ist, war mal seine Privatangelegenheit. Kaum vorstellbar, dass alle Artikel bei bargeldloser Zahlung vom Endbetrag separiert werden. Zur Nachbestellung sind die Daten vom Terminal längst weitergeleitet (siehe Tankstellen!).  Die Märkte fusionieren und agieren immer enger zusammen. Nehmen wir also an, eine Bank ist beteiligt an einer Supermarktkette und besitzt auch große Anteile an Versicherungen hier im Lande – oder alles auch umgekehrt. Jetzt zahlen sie bargeldlos im Laden bei Mitwirkung einer Bank, die wiederum mit einer (Kranken-)Versicherung liiert ist. Und alle versprechen hoch und heilig, Datenschutz ganz großzuschreiben.  2019 sind über 26 Millionen Kreditkartendaten gehackt worden. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

Habe die Ehre, Manfred Schauer

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