München – Ich bin ein Gemüseretter. Zumindest steht das auf den Kartons, die schon seit einigen Jahren alle zwei Wochen vor meiner Türe stehen. Meine Freundin und ich haben eine Obst- und Gemüsekiste vom Münchner Anbieter Etepetete abonniert. Darin landet Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht und deswegen für den Supermarkt untauglich ist. Krumme Gurken, zu kleine Äpfel, gebrochene Karotten – alles dabei, alles bio.
Wir haben das zweiwöchige Überraschungspaket lieb gewonnen. Auch, weil wir immer wieder dazu genötigt werden, mit Lebensmitteln zu kochen, an denen wir im Supermarktregal sonst vielleicht grußlos vorbeilaufen würden. Der Spitzkohl mit etwas Sahne und Parmesan aus dem Ofen wäre ohne die Kiste wohl nie auf dem Teller gelandet. Nach einer kleinen Rübenflut vor einigen Monaten haben wir den Rote-Bete-Feta-Flammkuchen lieben gelernt. Und dank der Kiste gab’s zum ersten Mal in unserem Leben eine ominöse grüne Kugel namens Cherimoya. Da war allerdings zuvor eine Verzehranleitung aus dem Netz nötig.
Laut Etepetete stammt der Kisten-Inhalt vorwiegend von Bio-Landwirten aus der Region. Was hier nicht wächst, kommt zum Beispiel von Partnerbetrieben aus Apulien. Wir haben uns für die Rohkost-Box (kostet 25,99 Euro) entschieden. Der Vorteil: Wenn es mit der Koch-Kreativität mal nicht so weit her ist, lässt sich alles geschnibbelt oder geraspelt in die Salatschüssel schmeißen.
Einziger kleiner Nachteil gegenüber Hofladen und Supermarkt: Manchmal darf man den Kisteninhalt nicht zu lange liegen lassen, wenn der Apfel zum Beispiel schon einen kleinen Becker hat. Aber der Ehrgeiz ist da, dass möglichst nichts aus der Kiste am Ende im Müll landet. Es gilt ja einen Ruf als Gemüseretter zu verteidigen. DOMINIK GÖTTLER