München/Aschau – Eine Gruppe aus dem Raum Ingolstadt sieht sich in Österreich von hohen Bußgeldforderungen wegen Verstößen gegen die Coronaregeln bedroht. Die vier Männer hatten sich am Wochenende im Zillertal (Tirol) aufgehalten, als einer von ihnen beim Gleitschirmfliegen verunglückte. Der 64-Jährige aus Ingolstadt übte auf einer Wiese in der Gemeinde Aschau das Aufziehen eines Gleitschirms beim Starten. Dabei wurde der Gleitschirm von einer Böe erfasst. Der Mann wurde mitgeschleift, er stieß mit einem Bein gegen einen Zaunpflock und verletzte sich dabei schwer.
Bei der Unfallaufnahme in der Klinik Schwaz stellte sich heraus, dass der Verunglückte sowie seine drei Begleiter massiv gegen das Covid-19-Maßnahmengesetz verstoßen hatten. „Die Reisegruppe hatte die geltenden Quarantänemaßnahmen nicht eingehalten. Sie werden deshalb angezeigt“, hieß es von der Polizei in Innsbruck. Im schlechtesten Fall kommt auf jeden Tirol-Urlauber eine Geldbuße von 2900 Euro zu. Diese setzt sich zusammen aus 1450 Euro wegen Verstoßes gegen die Quarantäneregeln, sowie dieselbe Summe, falls sie sich in einem Beherbergungsbetrieb aufgehalten haben.
Die vier Männer hätten auch daheim in Bayern den Frühling genießen können: Am Wochenende knackte der Freistaat wieder die 20-Grad-Marke. Trotz einiger Wolken am Himmel zog es die Menschen raus in die Natur, Parkplätze in niedrigeren Bergregionen waren belegt. Besonders viel los war am Sonntag in der Gegend um Kochel- und Walchensee (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). „Die Parkplätze sind überall dicht“, sagte ein Polizeisprecher der Gemeinde Kochel am See. Auch hier gingen viele Ausflügler wandern oder spazieren.
Zudem wurden wieder mehrere Corona-Partys aufgelöst, beispielsweise in Ebersberg. In den nächsten Tagen dürften Freiluftpartys der Polizei weniger Sorgen bereiten: Es wird wieder deutlich kälter im Freistaat. Die Höchstwerte am Montag liegen nur noch bei drei bis acht Grad und die ganze erste Wochenhälfte bringt Regen und Schnee. mc/lby