„Frau Raspelzahn! Wir haben heute einen Zweibeiner mit einem Tuch fliegen gesehen!“, schnatterte ich aufgeregt, meine Entenfreundin Klara im Schlepptau.
„Ach ja, oh weh, die Zweibeiner. Ihre Besessenheit mit dem Fliegen ist so alt wie die Erde selbst“, seufzte die Biberin. „Bist du traurig, weil du nicht fliegen kannst?“, quakte Klara forsch. Frau Raspelzahn antwortete: „Ach Quatsch! Ich musste nur an eine traurige Geschichte aus der griechischen Mythologie denken.“
„Erzähl!“, quakte ich. „Nun gut: Daidalos war Baumeister bei König Minos. Er war es, der das Labyrinth des Minotauros erbaute, um Kreta vor Minos fürchterlichem Sohn, halb Mensch und halb Stier, zu beschützen. Das Labyrinth schien undurchdringbar, bis der Held Theseus in sein Inneres eindrang und die Bestie vernichtete. Erzürnt wegen des Todes seines Kindes verbannte der König Daidalos auf eine Festung, sein Sohn Ikaros durfte ihn begleiten“, erzählte Frau Raspelzahn. „Eines Tages beobachteten die beiden auf dem Turm der Festung die Möwen über ihren Köpfen. Nach deren Vorbild bauten sie sich Flügel. Ikaros flog zu hoch und kam der Sonne zu nah. Das Wachs, das seine Flügel zusammenhielt, schmolz, er stürzte ins Meer und ertrank.“
Eure Paula