Mit einer Inzidenz von 567 ist Hof bundesweiter Corona-Hotspot. Seit Dezember sind dort sogar die Abschlussklassen im Distanzunterricht. Anke Emminger, Direktorin des Schiller-Gymnasiums, über die Abitur-Vorbereitungen.
Wie bereiten sich die Schüler auf ihre Abitur-Prüfungen vor?
Rein im Distanzunterricht. Da wir aber vorher schon mit Tablets gearbeitet haben, sind wir digital gut aufgestellt. Die Schüler sind deshalb inhaltlich gut vorbereitet. Allerdings fallen natürlich die Streicheleinheiten weg. Via Zoom kann man die Schüler emotional einfach nicht so auffangen wie vor Ort. Darüber mache ich mir Gedanken.
Wie ist die Stimmung an der Schule?
Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Viele der Schüler haben sich seit Wochen nicht mehr gesehen. Die Zahlen bei uns sind hoch. Die Angst vor Ansteckung groß. Für wichtige Prüfungen kommen die Abiturienten in die Schule, müssen sich hier aber jedes Mal testen lassen. Einige haben so völlig überraschend erfahren, dass sie positiv sind. Das Testen funktioniert also wirklich gut, es kreiert aber auch eine komische Atmosphäre.
Was passiert, wenn sich die Inzidenz bis zum 12. Mai nicht senken lässt?
Wir schreiben Abitur. Das ist zumindest die Ansage vom Kultusministerium. Es ist eine organisatorische Herausforderung. Die drei Gymnasien in Hof stimmen sich eng miteinander ab. Zudem haben wir uns an den Katastrophenschutz und an Arztpraxen gewandt. Alle Abiturienten müssen jeweils einen Tag vor ihren Prüfungen getestet werden.
Fallen die Abitur-Feierlichkeiten wegen Corona komplett aus?
Ich kann den jungen Menschen ja nicht alles streichen. Dieser Abi-Jahrgang war sehr betroffen – und hat wirklich gelitten. Ich wünsche den Kindern einen feierlichen Abschied und dass alles klappt. Wir werden sehen, was möglich ist.
Interview: Cornelia Schramm