Seniorin vergewaltigt

von Redaktion

Prozess um Missbrauch im Pflegeheim

Petershausen/München – Es ist eine furchtbare Vorstellung: Wehrlose ältere Frauen, psychisch schwer krank, werden in einem Heim, das sie eigentlich beschützen sollte, sexuell missbraucht. Genau das passierte zwischen 2019 und 2020 in Petershausen (Kreis Dachau). Die Pfleger verhinderten vieles und waren doch zu wenige, um einen heute 78-Jährigen dementen und schizophrenen Mann ständig im Auge zu haben. Gestern begann am Landgericht München II sein Prozess – allerdings ohne ihn. Er ist verhandlungsunfähig.

Viele Jahre war der 78-Jährige der „nette alte Mann“ gewesen, der nur durch viel Essen auffiel. Bis er begann, die Kleidung der Mitbewohner zu zerstören, wahllos in Zimmer und Gänge urinierte oder dort seinen Stuhlgang hinterließ. Der traurige Höhepunkt waren die sexuellen Übergriffe. Offenbar war er auf drei Bewohnerinnen fixiert. Das berichtete sein früherer Betreuer. Die Übergriffe fanden in den Zimmern, aber auch auf dem Gang statt. Eine 81-Jährige, die auf einen Rollator angewiesen war, vergewaltigte er viermal. Eine Pflegekraft berichtete von blitzschnellen Aktionen.

Die Frauen litten auf ihre Weise unter den Geschehnissen. Eine Frau begann zu schreien, eine kam nicht mehr aus ihrem Zimmer heraus. Sprechen konnten sie schon lange nicht mehr. Im Prozess geht es nun um die dauerhafte Unterbringung des 78-Jährigen.  wal

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