Dachau – Die KZ-Gedenkstätte in Dachau soll um mehrere historische Gebäude erweitert werden. Das sagte Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, bei einem Gedenkakt zum 76. Jahrestag der Befreiung des Dachauer Lagers. Er bezog sich dabei auf die historischen Gebäude auf dem Gelände der neben der Gedenkstätte angesiedelten Bereitschaftspolizei, in denen früher die Mitglieder der SS und die Lagerkommandanten untergebracht waren. „Insbesondere die ehemalige Kommandantur – ein Zentrum der Organisation der Verbrechen, unmittelbar in Sichtverbindung zum Lagertor gelegen – ist für die Erinnerungsarbeit wichtig“, sagte Freller.
An dem Gedenkakt nahmen neben Freller auch der KZ-Überlebende und Vizepräsident des Comité International de Dachau (CID) Abba Naor sowie Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Innenminister Joachim Herrmann teil. „Auch nach 76 Jahren erfüllt uns dieser Ort immer noch mit tiefer Bestürzung und Scham“, sagte Herrmann. Er wolle die Erweiterung der Gedenkstätte unterstützen und kündigte an, dass die ehemalige Kommandantur ab dem Jahr 2025 wieder für Besucher zugänglich sein soll.
Wegen der Pandemie konnten heuer keine persönlichen Begegnungen von Überlebenden und deren Familien vor Ort in Dachau stattfinden. mm