Eines Morgens krächzte mir unser Waldkauz Ulrich, dass er ein Smartphone gefunden und es in seine Asthöhle geschleppt hat. Mit diesen Smartphones, viereckigen, glänzenden Dingern, sprechen die Zweibeiner praktisch rund um die Uhr miteinander, schreiben sich Nachrichten und schicken sich Bilder. Die ganze Nacht hatte Ulrich also mit Krallen und Schnabel auf diesem Gerät herumgetippt und dabei die sozialen Medien entdeckt. „Jetzt habe ich 250 Freunde!“, juchzte Ulrich und grinste über den ganzen Schnabel. „Und heute Nacht mache ich eine Party!“ Gegen Abend machten Agnes, Klara und ich uns also auf zu Ulrichs Asthöhle. Unter dem Baum balgten sich zwei Krähen. Oben bei Ulrich waren viel zu viele Vögel und ein Riesengeschnatter, -gepiepse und -gekrächze lag in der Luft. Das Buffet war leer gefressen. Ulrich saß fix und fertig in einer Ecke. Sein Gefieder stand in alle Richtungen ab. Irgendwann in dieser Nacht verschwand auch das Smartphone. Als endlich alle Gäste weg waren, halfen wir Ulrich beim Aufräumen. „Ich glaube, ich habe mich geirrt, was meine 250 Freunde angeht. Heute Nacht hatte ich bloß fünf wahre Freunde“, krächzte er erschöpft.
Eure Paula