Auf den Spuren von Sophie Scholl

von Redaktion

Franz-Joseph-Str. 13: Hier lebten Sophie und Hans Scholl

Als Sophie Scholls Bruder Hans im Herbst 1942 von der Ostfront zurückkehrte, zogen die beiden in eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Rückgebäude der Franz-Joseph-Straße 13 im Münchner Stadtteil Schwabing-West. Heute erinnert eine Gedenktafel an der Wand des Vorderhauses an die Geschwister. Die Wohnung wurde schnell zum neuen Treffpunkt der Weißen Rose, zu der auch der Philosophieprofessor und Musikwissenschaftler Kurt Huber gehörte. Während dieser Zeit wurde der Widerstand der Weißen Rose riskanter und weitreichender. So fertigten Huber, Alexander Schmorell, Willi Graf, Christoph Probst und die Geschwister Scholl ein fünftes Flugblatt, das sie im Januar 1943 mehrere tausend Mal druckten, anders als ihre letzten vier Flugblätter, von denen sie nur wenige vorsichtig verschickt hatten. Außerdem verteilten sie es in verschiedenen Städten, um ein größeres Widerstands-Netzwerk vorzutäuschen. Zusätzlich gingen im Februar 1943 Hans Scholl, Schmorell und Graf von der Franz-Joseph-Straße 13 aus los, um nachts Sprüche wie „Nieder mit Hitler“ und „Freiheit“ an die Fassaden in der Münchner Innenstadt zu schreiben. Auch Sophie verstärkte ihren Widerstand durch gefährliche Alleingänge noch einmal.

JOHANNA LEHNER (17), Q11

Leopoldstraße: Herstellung der Flugblätter im Atelier Eickemeyer

Im Atelier Eickemeyer vervielfältigte die Weiße Rose ihre Flugblätter. Da der Architekt Manfred Eickemeyer in Polen Zeuge des Vernichtungskriegs der Deutschen wurde, überließ er Sophie, Hans und ihren Freunden sein Atelier. Seit dem Frühsommer 1942 fanden dort regelmäßig Treffen von Sophie und Hans Scholl, Willi Graf und Alexander Schmorell statt. Die Flugblätter, die sie später im Atelier Eickemeyer druckten, waren die perfekte Gelegenheit, ihre Meinung dem deutschen Volk und insbesondere der Jugend näherzubringen. Sie schrieben insgesamt sechs unterschiedliche Flugblätter, vervielfältigten diese und teilten sie auch selber aus, bekamen aber auch dabei Hilfe ganz über Deutschland verteilt. In den Flugblättern ging es zum Beispiel um die Kritik an den Kriegszielen Hitlers. Dieser könne den Krieg nämlich gar nicht mehr gewinnen, sondern ihn nur verlängern. Und unter anderem auch um die Massenmorde an den Juden.

JOHANNA WINTER (13), 8b

Geschwister-Scholl-Platz: Verhaftung am Lichthof der Universität

Am 18. Februar 1943 verteilten Hans und Sophie Scholl das sechste Flugblatt der Weißen Rose im Hauptgebäude ihrer Universität. Als sie es von der Galerie im zweiten Stock in den Lichthof warfen, wurden sie vom damaligen Hausmeister gefasst und verhaftet. Der Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität dient heute unter anderem als Denkstätte für die hingerichteten Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe (siehe Kasten). Die Dauerausstellung gibt ein umfassendes Bild der Weißen Rose und ihres Widerstands durch interaktive Stationen und Filmsequenzen in Deutsch und Englisch. Auch ist den Widerstandskämpfern seit 1953 ein Bronzerelief gewidmet. Im Lichthof kann man die „Weiße-Rose-Orgel“ finden, die 1961 nach der Kriegszerstörung installiert wurde und das große Mosaik ersetzt. Bis heute werden Gedenkkonzerte auf der Orgel gespielt.

SHAHED ABOU HASCHISCH (14), 9b

Die letzten Tage: Justizpalast, JVA Stadelheim, Friedhof am Perlacher Forst

„Freiheit“ war das Letzte, das Sophie Scholl vor ihrem Tod am 22. Februar 1943 aufschrieb. Freiheit war das Ideal, welches für die Weiße Rose immer im Zentrum ihres Widerstands stand. Als Sophie Scholl nur vier Tage nach ihrer Verhaftung im Münchner Justizpalast mit anderen Hauptakteuren der Weißen Rose zum Tode verurteilt wurde, trug sie ihr Schicksal mit Fassung. Der damals zuständige Scharfrichter Johann Reichhart berichtete später, er habe nie einen Menschen so mutig sterben sehen wie Sophie Scholl. Noch am selben Abend gegen 17 Uhr wurde die Enthauptung Sophies, ihres Bruders Hans sowie von Christoph Probst in der JVA Stadelheim durchgeführt. Nur wenige Tage dauerte das Verfahren, welches sinnbildhaft für die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten steht und damit alles darstellt, wogegen Sophie Scholl und die anderen Mitglieder der Widerstandsgruppe kämpften. Das Grab Sophie Scholls befindet sich auf dem Friedhof am Perlacher Forst.

LUZIE ARNOLD (18), Q11

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