München – In diesem Jahr halten sie sich exakt an den Kalender: Mit dem heutigen Gedenktag des heiligen Mamertus sorgen die Eisheiligen in dieser Woche für ein Ende des kurzen Sommer-Zwischenspiels. Doch zum Trost für alle Hobbygärtner: Es gibt keine Nachtfröste zu befürchten.
Die Mütter und all ihre Kinder hatte es gefreut: Der Muttertag am vergangenen Sonntag war der wohl wärmste Tag im Wonnemonat Mai. Mit den hochsommerlichen Werten ist nun aber erst einmal Schluss. Pünktlich mit dem Gedenktag des Mamertus lassen nach dem heutigen Dienstag die bekannten Eisheiligen Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (die „Kalte Sophie“/15. Mai) ihre Muskeln spielen. Allerdings werden sie ihrem Namen nicht ganz gerecht, denn die von Gärtnern und Bauern gefürchteten Nachtfröste fallen in diesem Jahr wohl aus.
„Eis bringen die Eisheiligen in diesem Jahr nicht. Aber mit den Tiefausläufern, die jetzt zu uns hereinkommen, und dem Föhn, der in Südbayern zusammenbricht, kommt es zu einem sehr starken Temperatur-Rückgang von über 15 Grad“, sagt Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst in München. Weil es in den nächsten Tagen zunehmend bewölkt ist und auch immer wieder regnet, fallen die Nachtfröste weg. Das dürfte die Herzen aller Hobbygärtner erwärmen, die es nicht mehr erwarten können, ihre Balkonkästen und Beete mit Blumen und Kräutern zu bepflanzen. Sogar der bevorstehende Regen dürfte der Natur guttun, „denn so viel hat es im Frühjahr nicht geregnet“. Die Meteorologen erinnern in diesem Zusammenhang an die bekannte Bauernregel: „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun und Fass“.
In den vergangenen 17 Jahren war auf die Eisheiligen im Mai zu über 50 Prozent Verlass – mit einem entsprechenden Temperaturrückgang zwischen dem 10. und 16. Mai, hat Guido Wolz nachgeblättert. Hoffnung auf anhaltend schönere Tage kann der Meteorologe zunächst nicht machen. „Solche Temperaturen, wie wir sie am vergangenen Wochenende hatten, sind erst einmal nicht zu erwarten.“ Eine kräftige Westströmung sorge für wechselhaftes Wetter und deutlich niedrigere Temperaturen.
Im östlichen Teil Bayerns wird es heute mit 25 Grad noch sommerlich warm sein, doch im Westen geht es laut Wetterdienst schon deutlich unter 20 Grad. Zum Himmelfahrtstag werden nur noch Werte von maximal 15 Grad erreicht, dazu gibt es schauerartige Regenfälle. Nachts sinken die Temperaturen auf 8 bis 3 Grad.
Ob sich bis Pfingsten die Wetterlage bessert, können die Modelle des DWD seriös noch nicht vorhersagen. Das Portal „Wetter Online“ verheißt Sonnenschein und Werte um 22 Grad. Der DWD sieht bis zum 20. Mai das wechselhafte, regnerische Wetter mit 14, 15 Grad voraus.
Für die Bauern sind die Eisheiligen nach wie vor eine Orientierungsgröße. Die Gartenbau-Spezialistin des Bayerischen Bauernverbands Franziska Rintisch misst ihnen für den Gartenbau große Bedeutung zu, da es je nach Intensität der Kälte zu schweren Schäden an den Pflanzen und Ernteausfällen kommen kann. Für die Gärtner gelten die Eisheiligen schon immer als Ende der frostanfälligen Jahreszeit. Kulturen, die für das Wachstum Wärme benötigen wie Gurken, Zucchini und Kürbis würden erst nach der „kalten Sophie“ im Freiland gepflanzt.