LANDTAG INTERN

Sein Freund, der Baum

von Redaktion

Die Bilder der Pressekonferenz aus dem Münchner Hofgarten verbreiten sich unter der Berliner Hauptstadtpresse in Rekordtempo. Für den Freiluft-Auftritt mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ sich die Staatskanzlei etwas Hübsches einfallen. Statt steriler Stehpulte stehen zwei abgesägte Baumstämme im Hofgarten. Die subtile Bildsprache will sagen: Alles öko hier. Passt ja irgendwie, schließlich hat Söder auch schon den Sitzungssaal der Minister mit 3000 tropischen Pflanzen in 2000 Töpfen begrünen lassen. Über die Kosten wird an anderer Stelle noch zu reden sein.

Die Botschaft von Dienstag geht aber ein wenig nach hinten los. Schließlich erinnern sich alle noch an die Bilder von 2019, auf denen Söder an gleicher Stelle mit einem Baum posierte. Einem lebenden. Dieses Foto verstand selbst der größte Politiklaie als Zeichen seiner inhaltlichen Ergrünung. Und jetzt? Abgeholzt? „Was dir droht, wenn du dich von Markus Söder umarmen lässt“, witzelte nun der „taz“-Korrespondent über Söders Baum-Botschaft.

Nein, der Original-Baum steht noch ein paar Meter weiter im Hofgarten. Gut möglich, dass Söder die Holz-Witze noch ein paar Tage begleiten. Er will am Mittwoch bei seiner Grundsatzrede vor der Landtagsfraktion viel über Nachhaltigkeit, Bayerns Wälder und den Rohstoff Holz reden. Schwerpunkt seines Auftritts, der seit ein paar Jahren den inhaltlichen – und meist einzigen – Höhepunkt der CSU-Klausuren bildet: „Klimaschutz daheim“, Erhalt der Moore, Verzicht auf Plastik. Auf sein Plastikpult hat er ja bereits verzichtet.  mik/cd

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