SO SCHAUT’S AUS!

Obacht, Mutanten am Steuer!

von Redaktion

VON MANFRED SCHAUER, DEM SCHICHTL VON DER WIESN

Hat denn dieses Land keinen Regulator oder wenigstens Minister für Gewusel? Individualisten auf Achse sind gar nicht das Schlamassel an sich, das Problem ist der Mensch in Mengen, der vor allem auf der Straße immer noch eine egomanische Ich-Person bleibt bzw. im Auto dazu mutiert.  Besonders augen- und ohrfällig sind die sog. Brüllaffen. Diese Spezies ist ausschließlich männlich. Mit Vollgas eine Straße rauf und runter, mit Auspuffgedöns, das den Fahrer zum Piloten erhebt, der in fast orgiastischem Zustand hinterm Lenker klemmt. Daneben eine peinlich berührte Sozia. So eine Geräuschtrompete wird von den Herstellern als Sportauspuff verkauft.  Kann mir bittschön jemand erklären, was dieser Radau mit Sport zu tun hat? Wenn die Poser dann aus ihren Autos klettern, täten sie gerne das geleaste Blech noch markieren. Warum lümmeln so viele Automobilisten in einer dem Tiefschlaf nahen Haltung hinterm Lenker? Weil sie dösen, telefonieren oder von übergeordneter Lässigkeit sind! Nur Frau oder Herr S. aus M. bringen ihren Blinker beim Ausparken in Betrieb, der Rest denkt nicht daran, ist man doch gerade in die Welt der relativen Anonymität eingestiegen. Bis es kracht.  Überhaupt, der Blinker! Für Autofahrer zu gefühlt 80 Prozent ein Stangerl links vom Lenkrad ohne weitere Bedeutung. Andererseits; Einige Fahrzeuglenker sind so aufgeregt, dass sie diesen Appendix der Lenksäule schon zwei oder drei Straßen vorher in Betrieb setzen. Das kann auch mal richtig blöd rausgehen. Und überhaupt: Unter denen, die sich ab und zu an den Zweck des Hebels erinnern, wird der dann gerne erst beim Losfahren in der Kreuzung als bunte Kantenbeleuchtung benutzt, nicht als Hinweis „Hey Leute, ich fahr gleich um die Ecke“.  Aber bis endlich mal losgefahren wird! Da stehen Autos vor einer roten Ampel und die wird endlich grün. Schon drei Sekunden danach setzt sich das erste Vehikel in Bewegung, mit großem Abstand das nächste, vier Meter noch zum Nächsten. Und der Letzte, der sein Handy gerade noch weglegen konnte, hält eine Sicherheitsdistanz zum Vordermann von knapp 20 Metern ein. Diese Unart automobiler Egomanie ist zum großen Teil Ursache für selber gemachte Staus. Und wehe, man erlaubt sich, den Vordermann durch kurzes Hupen auf „Grün“ hinzuweisen.  Wer a bisserl bei der Sache ist, könnt schon was zum trafikalen Wohlbefinden beitragen. Meine Einschätzung: So wie die Leute hinterm Lenker sitzen, ungefähr so fahren sie auch. Handy-Nutzer natürlich ausgenommen.  Auch beim Stillstand auf der Autobahn wird von den souveränsten aller Herrenfahrer gerne ein Abstand bis zu 100 Metern zum Vordermann hergestellt. Ist zwar komplett hirnlos, aber demonstriert, einen Teil deutscher Autobahn unter eigene Verwaltung gestellt zu haben. Das sich ein Stau dadurch um etliche Kilometer verlängern kann, ist dem Stauverwalter egal.  Apropos Autobahn: Wenn‘s mal wieder läuft – auf der rechten Spur sind keine Drängler. Bin mal gespannt, wie es wann und überhaupt weitergeht, falls unter Umständen nicht alles bald verboten wird. Habe die Ehre, Manfred Schauer

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