Luftwaffe fürchtet Bienen-Geschwader

von Redaktion

Kaufbeuren – Ralf Nahms Bienen der Sorte „Carnica“ sind für ihre Friedfertigkeit bekannt – und trotzdem hat die Bundeswehr den zwei Völkern des Allgäuer Hobby-Imkers jetzt den Krieg erklärt: Mit einer zehn Meter langen und 2,20 Meter hohen Holzwand schützt der Fliegerhorst Kaufbeuren seine Soldaten vor Stich-Attacken aus dem benachbarten Garten Nahms.

Nahm ist fassungslos. „Dieser Zaun muss weg. Das ist ja wie zu DDR-Zeiten“, schimpft der 75-Jährige. Dagegen erklärt Oberst Martin Langer, er habe mit dem Zaun in „vorausschauender Fürsorge“ für seine Standortangehörigen gehandelt – deren Joggingroute liege direkt in der Einflugschneise der Bienen.

Ralf Nahm, der sich vor fünf Jahren sein Häuschen direkt an den stillgelegten Flugplatz baute, ist wütend. „Das sind doch keine Killerbienen. Und die Soldaten keine Kinder, denen man den Umgang mit Bienen erklären muss.“ Standortältester Langer kontert: „Durch die bundeseigenen Stellen wurde empfohlen, eine Holzwand errichten zu lassen, damit die Bienen sofort nach Verlassen des Bienenstocks an Höhe gewinnen und über den Köpfen der dort befindlichen Fliegerhorstangehörigen hinwegfliegen.“ Tatsächlich sei aber in den anderthalb Jahren, in denen Nahm die Bienen züchtet, noch kein einziger Soldat wegen Bienenstichs im Lazarett gelandet, bestätigt die Bundeswehr. Doch statt direkt das Gespräch mit Nahm zu suchen, schickte Oberst Langer vor zwei Wochen einen Bautrupp, um die Holz-Mauer zu errichten. Ein Bitt-Brief an den Kommandeur, wonach das Flugfeld mit seinem blühenden Löwenzahn ideal für die Insekten sei, blieb unbeantwortet. Nun hat der Oberst allerdings doch zu einem Friedensgipfel geladen. Es gehe um „eine gute nachbarschaftliche Lösung“. Nahm sagt aber schon jetzt: „Die Bienen bleiben!“

Artikel 11 von 11