Impfaktion an Schule kritisiert

von Redaktion

Planegg – Die geplante Impfaktion für 250 Schüler und Schülerinnen am Gymnasium Planegg (Kreis München) stößt auf vielfache Kritik. Sowohl Ärzte als auch der Landrat des Landkreises München, Christoph Göbel (CSU), äußern ihr Unverständnis.

Wie berichtet, hatte der Schulleiter des Gymnasiums die Impfaktion für diesen Freitag organisiert. Mittlerweile ist bekannt, dass es sich um eine Arztpraxis aus München handelt, die offenbar bis zu 250 Biontech-Dosen übrig hat und nun in der Schule an die Schüler verimpfen will. Wie der Arzt zu so einer Menge an Impfstoff gekommen ist, dazu gab es gestern keine Auskunft. „Das können wir auch nicht beantworten“, hieß es aus dem Landratsamt. Eine Vermutung: Es könnte sich um eine größere Gemeinschaftspraxis handeln. Der Schulleiter reagierte auf eine Anfrage unserer Redaktion nicht. Dafür erreichten uns mehrere Zuschriften empörter Ärzte. „Ich habe eine Einzelpraxis mit 1300 Patienten“, schrieb ein Arzt aus München-Pasing. „Wie kommt man an einem Tag an 250 Impfdosen? Bitte nennen Sie den Namen der Gemeinschaftspraxis! Da kann ich etwas lernen.“ Eine Ärztin aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck berichtete, sie habe diese Woche nur Biontech-Impfstoff für sechs Patienten erhalten. Über einen Arzt, der 250 Dosen bunkere, könne sie nur den Kopf schütteln.

Es herrsche „blankes Unverständnis ob der Impfaktion am Feodor-Lynen-Gymnasium“, erklärte Landrat Göbel in einer Mitteilung. „Zahlreiche Bürgereingaben erreichen das Landratsamt.“ Er könne es „niemandem vermitteln, dass gesunde Jugendliche geimpft werden, wenn ich noch eine Vielzahl vulnerabler Personen auf der Warteliste habe“. Auch wenn das Vorgehen aufgrund der Aufhebung der Priorisierung für niedergelassene Ärzte rechtmäßig sei, so sei es doch „problematisch“. Es sei wichtig, „im Umgang mit den Impfungen allseits mehr Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität an den Tag zu legen“. Göbel betonte erneut, das Landratsamt habe mit der Impfaktion nichts zu tun.

DIRK WALTER

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