Landtag fordert Bericht über Heim

von Redaktion

Seniorenresidenz Schliersee: Was nun mit den Bewohnern passiert

Schliersee – Der Landtag fordert von der Staatsregierung einen Bericht über die Seniorenresidenz Schliersee (Kreis Miesbach). Wie berichtet, will die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände (ARGE) dem Heim den Versorgungsvertrag kündigen. Das Heim steht seit Langem in der Kritik. Bei der jüngsten Prüfung wurden erneut gravierende Pflegemängel festgestellt, auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. FDP, SPD und Grüne haben im Gesundheitsausschuss des Landtags beantragt, dass sich die Staatsregierung äußern soll – jedoch nicht mündlich, wie beantragt, sondern schriftlich. Der pflegepolitische Sprecher der Grünen, Andreas Krahl, kritisierte das. Eine offene Aussprache sie unumgänglich. Vor allem geht es um die Frage, ob Kontrollmechanismen nicht funktionieren. Das Schlierseer Heim wurde 2020 insgesamt 26 Mal kontrolliert – immer wurden Mängel festgestellt. Seit 2018 waren 56 Anfragen oder Beschwerden eingegangen. Bis auf einen Aufnahmestopp war nichts passiert.

Brisant ist nun auch die Frage, wie es für die Bewohner der Seniorenresidenz weitergeht, sollte das Heim tatsächlich geschlossen werden. Laut dem Bezirk Oberbayern müssen die Angehörigen neue Heime suchen. Die meisten Bewohner haben aber gesetzliche Betreuer. Das Landratsamt hatte bereits den Vorwurf geäußert, dass die Betreuer sehr nachlässig seien und viele Bewohner von ihnen im Stich gelassen werden. Die Behörde hatte die Verlegung der Bewohner bereits vor einem Jahr vorbereitet. Damals musste das Landratsamt bereits darüber entscheiden, ob es die Einrichtung schließt. Die Pläne für eine Verlegung der Bewohner lagen schon bereit. Dann hatte der Betreiber die Auflagen jedoch erfüllt und das Heim wurde nicht geschlossen.  mas/lby

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