Neulich watschelte ich mit meinen Entenfreundinnen Klara und Agnes an einer Hochspannungsleitung, auf der viele Vögel Rast machten. „Aber warum können denn all diese Vögel auf den Stromleitungen sitzen, ohne dass ihnen etwas passiert?“, fragte Klara besorgt.
Ich schnatterte: „Ich habe gehört, wie viel Strom in einer solchen Hochspannungsleitung fließt – nämlich mehr als 100 000 Volt. Zum Vergleich: In den Steckdosen der Zweibeiner beträgt die Spannung gerade mal 230 Volt – und die kann schon tödlich sein!“
Auch für einen Vogel lauert die Gefahr eines Stromschlages. Ein solcher kann ihn ereilen, wenn er gleichzeitig mit der Leitung etwas berührt, was mit der Erde verbunden ist, etwa den Mast. Dann kann der Strom durch den Körper des Vogels bis in die Erde fließen. So entsteht ein Kurzschluss, bei dem der Vogel stirbt. Sitzt allerdings der Vogel mit beiden Beinen auf der Leitung, dann fließt kein Strom durch seinen Körper, quakte ich. „Der Strom ist nämlich faul, er nimmt immer den kürzesten Weg, und der geht durch die Leitung. Über den Vogel zu fließen, wäre ein Umweg. Deswegen stirbt der Vogel nicht, wenn er da sitzt.“ Klara schüttelte sich ein wenig, weil es sie trotzdem ein wenig gruselte. Eure Paula