München – Der Europa-Park Rust in Baden-Württemberg und der Heidepark Soltau in Niedersachsen haben wieder geöffnet – aber die bayerischen Freizeitparks bleiben weiter geschlossen. Das Gesundheitsministerium erteilte Öffnungswünschen gestern eine klare Absage und widersprach damit auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).
Die Geschäftsführerin des Bayernparks im niederbayerischen Reisbach, Silke Holzner, ärgert das. „Warum Freizeitparks risikoreicher als Hotels und Kinos eingestuft werden, obwohl zwischenzeitlich Aerosolforscher und Virologen genau das Gegenteil bewiesen haben, ist nicht nachvollziehbar.“ Im Freizeitpark Schloss Thurn bei Heroldsbach in Oberfranken müssen die Tiere seit Monaten jeden Tag gefüttert, gepflegt und bewegt werden, obwohl Publikum und Einnahmen fehlen. „Letztlich ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum wir nicht in einen Topf geschmissen werden mit den Tierparks und Zoos, die schon geöffnet haben“, sagte eine Sprecherin. Auch die oberbayerischen Freizeit- und Märchenparks in Ruhpolding und Marquartstein bleiben geschlossen – trotz Inzidenzwerten von unter 50 im Landkreis Traunstein. Für Märchenpark-Geschäftsführer Ludwig Aigner ist die Entscheidung unverständlich. Ein Ministeriumssprecher sagte, es seien weiterhin Maßnahmen zur Einschränkung von Kontakten geboten. Außerdem würde in Fahrgeschäften und in Warteschlangen davor oft nicht genug Abstand eingehalten. Das sei in Zoos anders. lby