Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Antonio Schröer, 24, lebt mit seinen Eltern seit 22 Jahren in der rund 2500-Seelen-Gemeinde Oberpframmern im Landkreis Ebersberg. So gern der Zimmerer-Azubi die Welt bereist – so gern kommt er immer wieder nach Hause.
Sie sind in Oberpframmern daheim, aber in der Welt zu Hause. Beißt sich das?
Ich bin zwar in Brüssel geboren – aber beim Umzug nach Pframmern, wie man bei uns sagt, war ich erst zwei Jahre alt. Meine Heimat ist und bleibt also hier, trotz eines zweijährigen Aufenthalts in den USA vor einiger Zeit.
Was macht Pframmern zu eben dieser Heimat?
Die Natur mit Wäldern, Feldern und Weihern – und natürlich meine Freunde und Familie. Das Schöne an Pframmern: Ich habe ein großes Einzugsgebiet. Meine Freunde kommen auch aus Glonn, Moosach, Zorneding, Höhenkirchen und so weiter. Wenn ich doch mal in die Stadt muss – in der ich übrigens nicht wohnen wollen würde –, ist man schnell bei den S-Bahn-Stationen in Höhenkirchen oder Zorneding. Meistens ist aber auch hier draußen genug geboten. Ich freue mich immer auf Partys, bei denen ich gleich mal zwei Tage länger bleiben kann, weil’s so schön ist.
Gibt es einen für Sie besonderen Ort?
Wir haben drei Weiher. In meinen Kreisen unterscheiden wir zwischen dem einen und dem anderen – und natürlich dem dritten, aber da gehe ich selten hin. Der Weiher beim Kindergarten ist der entspannteste Platz, intern bekannt unter „dem einen“. Da weiß jeder, wohin er muss.
Vermissen Sie irgend- etwas in Oberpframmern?
Wenig. Am ehesten noch einen direkten S-Bahn-Anschluss oder eine bessere Busanbindung. Aber zur Not laufe ich auch mal die sieben Kilometer zu einer der beiden Haltestellen, der Weg ist schön. Oder ich bleibe daheim, da gefällt’s mir eh am besten (lacht).
Besser als in den USA?
Ich habe in Amerika eine zweite Heimat und in Pframmern die erste. Das wird sich nie ändern, auch weil ich immer zurückkommen kann. Selbst wenn es mich beruflich mal woanders hinziehen sollte: Pframmern bleibt. Das ist schön. Es ist quasi mein Tor zur Welt.
Interview: Jonas Napiletzki