Nürnberg – Hubert Aiwanger ist als Landeschef der Freien Wähler wiedergewählt worden und hofft nun bei der Bundestagswahl auf einen Einzug der Partei in den Bundestag. Der bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister bekam bei der Landesversammlung im Nürnberger Fußballstadion am Samstag 95 Prozent der 174 abgegebenen Stimmen. Der 50-Jährige hatte keinen Gegenkandidaten.
„Wir müssen nach der Regierungsbeteiligung in Bayern auch in Berlin mitmischen. Deutschland braucht uns, wir kommen nach Berlin“, sagte er in Nürnberg. Die „durchgeknallte Bundesregierung“ entferne sich immer mehr von der Mitte der Gesellschaft und sei geprägt von „ideologischen Verirrungen“. Ein Beispiel sei die Corona-Politik mit der Bundesnotbremse. Die Freien Wähler würden nicht akzeptieren, dass den Rathäusern „das Dach abgedeckt“ würde, von denen, „die noch kein Rathaus von innen gesehen haben“.
Seine Partei würde Politik für alle machen – „vom armen Schlucker bis zum Großunternehmer“. Die Freien Wähler, die mit der CSU in Bayern regieren, kommen in bundesweiten Umfragen allerdings derzeit nur auf rund drei Prozent. Aiwanger sieht dennoch eine „Fifty-Fifty“-Chance, die Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl zu knacken. In der Corona-Politik warnte er vor erneuten Schließungen. Man müsse jetzt schon für den Herbst vorsorgen. „So wie es jeder gute Landwirt macht, der im Sommer das Heu macht, dass er im Winter die Tiere füttern kann.“ Man könne nicht immer erst reagieren, „wenn’s gescheppert hat“.
Zudem setzte er sich für eine Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen ein, wenn die Zahlen niedrig bleiben. Man könne den Kindern in der Sommerhitze nicht zumuten, „dass das Wasser da unten raus tropft“. lby