Vermisster Bergläufer nach acht Monaten tot entdeckt

von Redaktion

Ramsau – Vor acht Monaten war Valentin W. von einer Tour am Watzmann nicht mehr zurückgekehrt. Seitdem haben Bergretter immer wieder und mit großem Einsatz nach dem 21-jährigen Trailrunner aus dem Kreis Augsburg gesucht. Das Wochenende brachte nun traurige Gewissheit – ein Bergsteiger entdeckte die Leiche des jungen Mannes.

Der Bergsteiger war am Samstag in der oberen Wiederroute in rund 2600 Metern Höhe unterhalb der Watzmann-Mittelspitze unterwegs, als er auf den Verunglückten stieß. Er informierte die Bergwacht. „Beim Rückruf durch den Einsatzleiter war der Anrufer bereits durch das anspruchsvolle und stellenweise schneebedeckte Gelände abgestiegen, um Erste Hilfe zu leisten“, sagte Markus Leitner, Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). „Er musste dann aber feststellen, dass der Verunglückte sicher tot war.“

Valentin W. war ein begeisterter und erfahrener Bergläufer. Am 9. Oktober des vergangenen Jahres wollte er den Watzmann besteigen, und zwar nicht auf dem Normalweg, wie er seinem Vater noch mitgeteilt hatte. Als er sich am Abend nicht wie verabredet bei seinen Eltern meldete, informierten diese die Bergwacht. Es begann einer der größten Einsätze der Bergwacht im vergangenen Jahr.

Wochenlang suchten die Einsatzkräfte nach dem 21-Jährigen. Fußtrupps durchstreiften das weitläufige Gelände, immer wieder flogen die Retter das Gebiet mit dem Hubschrauber ab, setzten Drohnen und sogar ein Suchsystem für Lawinen-Verschüttete ein. Nebel und teils hüfthoher Schnee erschwerten dabei die Suche so sehr, dass sie mehrfach unterbrochen werden musste. Doch trotz aller Anstrengungen fanden die Einsatzkräfte keine Spur des 21-Jährigen.

Jetzt ist sein Schicksal geklärt: Valentin W. kam bei einem Bergunfall ums Leben. Die Besatzung eines Polizei-Hubschraubers brachte die Leiche des jungen Mannes ins Tal.

In der Region kam es am Wochenende zu einem weiteren dramatischen Einsatz. In der Südwand am Berchtesgadener Hochthron im Untersbergmassiv stürzte ein Kletterer aus Nürnberg 40 Meter ins Seil und verletzte sich dabei tödlich. Passiert ist das Unglück vermutlich gegen Ende der Tour. In einer der letzten Seillängen, heißt es im Polizeibericht, brach dem 47-Jährigen vermutlich ein Griff aus, oder er rutschte mit seinen Kletterschuhen auf dem grasbewachsenen Gelände aus. Der Kletterpartner des Mannes konnte den Sturz zwar halten, aber nicht verhindern, dass eine Zwischensicherung herausgerissen wurde. Dadurch verlängerte sich die Sturzstrecke auf 40 Meter. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen, geht aber von keinem Fremdverschulden aus. BEA OSSBERGER

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