82-Jähriger verliert Prozess um seinen Bauernhof

von Redaktion

Steingaden – Schneller als gedacht hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschieden: Der Brucker Hof des 82-jährigigen Siegfried Moser im Außenbereich von Steingaden (Kreis Weilheim-Schongau) muss abgerissen werden. Wie berichtet, hatte das Landratsamt eine Nutzungsuntersagung des Wohnhauses sowie den Abriss des Altbestands mit Wohnung, Hoftechnik und Abkalb-Boxen sowie des Maschinenstadels verfügt. Dagegen hatte Moser geklagt.

„Es ist unmenschlich, unsozial, unchristlich“, reagierte gestern Mosers Anwältin Claudia Högenauer auf das Urteil des ersten Senats des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Damit sind die bisher gefällten Urteile rechtskräftig. Wann die Umsetzung des Urteils erfolgen soll, ist bisher allerdings noch nicht bekannt.

„Die Beseitigungsanordnung der illegal errichteten Gebäudeteile ist damit rechtens, da sowohl Genehmigung und Genehmigungsfähigkeit in dem Landschaftsschutzgebiet fehlen“, stellte das Landratsamt gestern fest. „Dies ist ein eindeutiges Signal gegen Zersiedelung und Flächenfraß und gleichzeitig ein Bekenntnis zum Naturschutz.“

Dass Moser bei den Bauten auf dem Grundstück Fehler gemacht hat, haben seine Anwältin und ihr Mandant zugegeben. So hatte er Bauanträge nach Gesprächen mit dem Landratsamt und nach einem Gerichtstermin zurückgezogen. Die Anwältin, die sich Sorgen um die Zukunft des 82-Jährigen macht, will nicht aufgeben. Er bringe es nicht übers Herz, seine Rinder zurückzulassen. Zudem habe er nicht das Geld, die Gebäude abreißen zu lassen. „Herr Moser wäre ruiniert.“ Die Anwältin will Rechtsmittel prüfen. Zudem hofft sie auf eine Petition im Landtag. Der Streit war vor Jahren ausgebrochen, als sich ein Makler-Ehepaar nach den vorliegenden Genehmigungen erkundigt hatte. Moser hatte Käufer gesucht, die die Landwirtschaft weiterführen. kma

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