Fiss/Murnau – Durch ein Fernrohr entdeckte ein Wanderer am vergangenen Montag im Gemeindegebiet von Fiss (Tirol, Bezirk Imst) einen Bären. Er konnte ein kurzes, etwas wackliges Video von dem Raubtier aufnehmen. Der Bär läuft auf einen Bergkamm zu und verschwindet dann dahinter.
Fiss liegt ungefähr 45 Kilometer Luftlinie von Reutte entfernt, wo ein Bär vor exakt zwei Jahren in eine Fotofalle getapst war. Im Oktober 2019 wurde dann ein Bär im Graswangtal fotografiert. Möglicherweise handelt es sich bei dem jetzigen Tier um dasselbe, das Mitte Mai 2021 in den benachbarten Gemeindegebieten von Serfaus und Tobadill nachgewiesen wurde. Diese liegen 40 Kilometer von der Grenze entfernt. Einen zusätzlichen Nachweis eines Bären gab es zudem Ende Mai in Umhausen (Ötztal), wo ein Schaf tot aufgefunden worden war. Doch möglicherweise war dieser Bär tatsächlich wieder auf Kurzbesuch in Oberbayern – und zwar im Kreis Garmisch-Partenkirchen. Vom dortigen Landratsamt hieß es, „dass vor Monaten im Murnauer Moos Spuren eines Bären gefunden wurden“. Das Murnauer Moos liegt südlich des Staffelsees, was nichts anderes bedeuten würde als das: So weit wäre ein Bär noch nie aus seinem Alpenversteck gekommen. Nach Aufnahmen eines Bären in Sommer und Herbst 2019 im Kreis Garmisch-Partenkirchen wurde vermutet, dass es sich um ein Tier aus dem Trentino handeln könnte, einem Männchen. Eine Sprecherin des Landesamts für Umwelt sagte: „Es ist ein Tier, das sich absolut wildtiertypisch verhält. Unauffällig und scheu.“ MARKUS CHRISTANDL